Video-Statements der Protestierenden

München, 24ter September 2016

18ter Tag am Sendlinger Tor

 *Untertitel sind in deutsch, englisch und französisch verfügbar*

*Sous-titres sont disponibles en anglais, allemand et français*

Video-Statements von den Protestierenden

München, 23ter September 2016

17ter Tag am Sendlinger Tor

Wir sind viele, wir sind unterschiedlich, wir haben die gleichen Ziele.

Alle Protestierenden vom Sendlinger Tor Platz haben die Möglichkeit Videobotschaften aufzunehmen. Hier sind zwei Stimmen davon:

 

*Untertitel sind in deutscher und englischer Sprache verfügbar*

 

Unser Kampf ist nicht nur ein Kampf für Bleiberecht.

München, 22ter September 2016

16ter Tag am Sendlinger Tor

[العربية أدناه]

Unser Kampf ist nicht nur ein Kampf für Bleiberecht. Wie viele andere Menschen auf der ganzen Welt, kämpfen auch wir gegen Rassismus. Heute haben sich ca. 30 Aktivist*innen unseres Protestcamps vor dem iranischen Konsulat in der Mauerkircherstrasse 67 zusammengefunden, um gegen den tödlichen Rassismus im Iran gegenüber afghanischen Geflüchteten zu protestieren. Ein staatlicher und gesellschaftlicher Rassismus, der vor einigen Wochen einem afghanischen Mädchen das Leben gekostet hat, da Organtransplantationen für Geflüchtete dort verboten sind. In der Stadt Shiraz wurden afghanische Geflüchtete mit verbundenen Augen auf einem öffentlichen Platz in Käfige gesperrt – nur aus dem Grund, dass sie mit dem falschen Pass geboren wurden.

 

Quelle:

 

Unser Kampf ist ein Kampf für das Leben aller Menschen. Wir trauern um die hunderten Menschen, die gestern vor der ägyptischen Küste ertrunken sind – aufgrund der Mauer, die europäische Politiker*innen um Europa gebaut haben. Sie sind die wahren Kriminellen, nicht die Geflüchteten!

Wir solidarisieren uns mit dem Kampf gegen Rassismus in den USA, wo diese Woche erneut eine schwarze Person von rassistischen Polizist*innen erschossen wurde. Lasst uns den ersten und zweiten Weltkrieg nicht vergessen, in dem Millionen Menschen ihr Leben verloren haben. Nun sind wir im 21. Jahrhundert. Bis heute können alle internationalen Verträge und Gesetze nicht verhindern, dass so viele unschuldige Menschen ihr Leben verlieren – in der Sahara, im Mittelmeer oder durch die Polizei.

Die CSU stellt uns in ihrer Presseerklärung als „Krawallmacher“ dar. Dies sagen Menschen, die an ihren Schreibtischen sitzen und über deprivilegierte Menschen urteilen. Wären sie in der Situation der Geflüchteten in Bautzen, würden sie anders urteilen. Außerdem leugnet die Partei damit den besorgniserregenden Rechtsruck, der durch Deutschland geht.

Wer baut eine Mauer um Europa? Wer erschießt unschuldige Menschen? Die Zahl der Toten auf der Welt zeigt, wer die wahren Kriminellen sind. Das Wichtigste in dieser Welt ist Menschlichkeit. Was wäre das Leben ohne Menschlichkeit? Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen.

 

[العربية أدناه]

 

   نضالنا ليس فقط من أجل الحق في البقاء

 

نناضل مثل كثير من الناس في ربوع المعمور ضد العنصرية. قام اليوم حوالي 30 ناشطا و ناشطة من مخيمات احتجاجنا,   بالإحتجاج  أمام القنصلية الإيرانية الكائنة في شارع Mauerkircherstraße 67, ضد العنصرية القاتلة التي يعامل بها اللاجئون الافغانيون في إيران.

 

عنصرية من الدولة و المجتمع، راحة ضحيتها قبل أسابيع قليلة فتاة أفغانية بسبب منع عمليات زرع الأعضاء للاجئين في مدينة شيراز الافغانية. تم إقتياد مجموعة من اللاجئين الافغان معصوبي العينين إلى ساحة عامة في أقفاص، فقط لسبب أنهم ولدوا بجواز سفر خطأ.

 

نضالنا هو نضال من أجل حياة للجميع, نأسف ونحزن لمئات الأشخاص الذين لقوا مصرعهم غرقا أمس قبالة السواحل المصرية بسبب الجدار و الحصار الذي طوقت به  جميع أنحاء أوروبا من طرف الساسة الأوروبيين. الذين هم المجرمين الحقيقيين، وليس اللاجئين.

 

ونعرب كذلك عن تضامننا مع الكفاح ضد العنصرية في الولايات المتحدة، حيث لقي مصرعه هذا الاسبوع شخص أسود من طرف شرطي عنصري. دعونا لا ننسا الحرب العالمية الأولى والثانية الذين تسببا في فقدان الملايين لحياتهم.ونحن الآن في القرن ال21. حتى الآن، كل المعاهدات والقوانين الدولية  لم تمنع الكثير من الناس الأبرياء الذين فقدوا حياتهم ء في الصحراء، في البحر الأبيض المتوسط أو من قبل الشرطة.

 

حزب الاتحاد الاجتماعي المسيحي CSU  وصفنا  في بيان صحفي بأننا "مثيري الشغب", وصفٌ جاء من الذين يجلسون في مكاتبهم و يحكمون أُناساً أقل حظاً. لكن إذا كانوا في حالة  اللاجئين في مدينة بوتسن-Bautzen، فإن الامر سيكون خلاف ذلك.  وبالإضافة إلى ذلك، ينفي الحزب  التحول والسلب المقلق للحقوق  بألمانيا.

من الذي يبني جداراً حول أوروبا ؟ من الذي يطلق النار على الأبرياء ؟ عدد الوفيات في العالم يفضح من هم المجرمين الحقيقيين. أهم شيء في هذا العالم هو الإنسانية.  ماذا يمكن أن تكون الحياة بدون الإنسانية؟ دعونا نكافح جميعاً من أجلها.

Ob in Bautzen oder München – ein vereinter Kampf gegen Rassismus

München, 19ter September 2016

14ter Tag am Sendlinger Tor

 

Liebe Brüder, liebe Schwestern,

uns haben die Nachrichten aus Bautzen erreicht. Mit diesem Brief möchten wir euch unsere Solidarität aussprechen. Wir haben großen Respekt für euren Mut und Widerstand dort in Bautzen. Bleibt stark! Ihr seid nicht alleine – euer Kampf ist auch unser Kampf.

Seit zwei Wochen leben wir – etwa 70 Geflüchtete aus verschiedenen Ländern – in einem Protestcamp auf den Straßen Münchens. Mit unserem Protest fordern wir Bleiberecht für alle und den Stopp aller Abschiebungen. In diesen Minuten, in denen wir euch schreiben, versammeln sich auf der anderen Straßenseite unseres Protestcamps in München die rassistischen PEGIDA-Anhänger*innen. Das zeigt, dass Rassismus ein Problem überall in Deutschland ist.

Wir laden euch ein, nach München zu kommen und unsere Kämpfe gegen Rassismus zu vereinen. Auch ihr müsst nicht in euren Lagern in Bautzen eingesperrt bleiben. Wir lassen uns nicht von den rassistischen gesellschaftlichen Zuständen nicht unterkriegen. Wenn ihr herkommt, seht ihr, dass euer Kampf kein isolierter ist und dass ihr nicht alleine seid.

Wenn wir gemeinsam kämpfen, können wir viel erreichen!

In Solidarität,

die Geflüchteten vom Protestcamp am Sendlinger-Tor-Platz in München

 

Video Statement (Deutsch, mit Englischen Untertiteln):

Eindrücke vom Soli-Fest, Demo & Nazis

München, 16ter September 2016

11ter Tag am Sendlinger Tor

Demonstration

Am 16ten September demonstrierten wir mit ca. 200 Teilnehmenden trotz starkem Regen unter dem Motto "We will rise!". Wir waren so viele und so laut, das die Musikanlage neben uns kümmerlich wirkte. Zum Zeitpunkt der Zwischenkundgebung am Marienplatz fiel ein starker Regen über uns ein. Das ProtestCamp steht, aber unter Wasser. Trotz des Wetters, beharren die Behörden darauf, dass die Pavillions nicht vollständig geschlossen werden dürfen.Wir bleiben am Sendlinger Tor Platz!

*Vorbereitungen zur Demo*

*Ein Teil der Demonstrant*innen*

*Während der Demo*

*Auf dem ProtestCamp*

 

Soli-Fest

Am 15ten September veranstalteten wir ein Fest der Solidarität. Danke an alle Gäste für das schöne Fest. Hier sind wenige Eindrücke davon.

Teuglife Kane, ein Aktivist von unserem ProtestCamp rappt auf Wolof, Englisch, Deutsch und Französisch über den gemeinsamen Kampf. Über Korruption in Senegal, wobei die Reichen und Mächtigen nie haftbar für ihre Straftaten sind. Die arme Bevölkerung hingegen sofort inhaftiert wird.

Fayital Rap, ebenfalls Aktivist rappt auf Wolof, Französisch, Deutsch und Englisch über den Krieg in Senegal und über das Leben in Armut.

 

Nazis

Mehrere rechte und rechtspopulistische Gruppierungen werden am Samstag in der Nähe des Protest-Camps rassistische Hetze verbreiten. Die neonazistische Partei "Die Rechte“ plant 5 Kundgebungen, eine davon ab 13:00 Uhr am Sendlinger Tor Platz. Hieran schließt sich die ebenfalls neonazistische Partei "Der Dritte Weg" mit seiner Kundgebung von 13:00 bis 15:00 Uhr an. Der Münchner Kreisverband der NPD ist ebenfalls von 13:00 bis 16:00 Uhr vor Ort. Wir erwarten, dass, wie nahezu jeden Tag, Pegidist*innen und andere Rassist*innen auch auf vor und nach diesen Kundgebungen anwesend sein werden.

Wir zählen auf die antirassistische und antifaschistische Solidarität!

Demo für Bleiberecht und Abschiebestopp

München, 16ter September 2016

10ter Tag am Sendlinger Tor

Wir sind politische Aktivist*innen aus verschiedenen Städten Deutschlands, die am Sendlinger-Tor für ihr Bleiberecht demonstrieren. Wir verließen unsere Länder wegen vieler verschiedener Probleme; politische oder religiöse, Bürgerkrieg, ökonomische Unsicherheiten, kein Recht frei zu leben, Korruption und Terrorismus. Wir sind diejenigen, die die Konsequenzen all dieser Probleme der Herkunftsländer, aus denen wir kommen, tragen. Wir wurden gezwungen ein Leben in verschiedenen Klassen und mit unterschiedlichen Standards zu leben und sogar im 21. Jahrhundert werden wir noch immer geknechtet. Unsere Leben sind für nahezu niemandem von Bedeutung. Wir sind Asylsuchende hier, aber die Ungerechtigkeit sst uns nicht als Menschen überleben, und das in solch entwickelten Ländern.


Wir demonstrieren für unsere Rechte. Grundlegende Menschenrechte und Freizügigkeit. Wir haben keine grundlegenden Menschenrechte! Uns ist es nicht erlaubt zu leben, wo wir wollen und wir dürfen nicht arbeiten! Es ist uns nicht erlaubt zu studieren und wir dürfen nicht Teil der Gesellschaft sein. Sozusagen leben wir in modernen Gefängnissen, wo wir fernsehen, mit dem Handy candy crush spielen, Musik hören, essen und schlafen müssen. Das ist alles. Jede Stadt in Deutschland hat unterschiedliche Regeln und Gesetze für Geflüchtete. Wir, die Protestierenden am Sendlinger-Tor, fordern:
Gewährung politischen Asyls
Stopp aller Abschiebungen

Wir laden alle politischen Gruppen und Bürger*innen Münchens ein, sich mit  unserem Protest zu solidarisieren!
 
Startpunkt: Odeonsplatz
Zwischenkundgebung: Marienplatz
Endpunkt: Sendlinger Tor Platz

Solidaritäts-Fest

München, 15ter September 2016

9ter Tag am Sendlinger Tor

Mit dem Soli-Fest an unserem Protest-Camp laden wir alle ein, sich mit uns bei Musik und Essen zu solidarisieren - gegen Rassismus und für ein bedingungsloses Bleiberecht! Fühlen Sie sich eingeladen alkoholfreie Getränke (nicht in Glasflaschen), Instrumente und Freund*innen mitzubrngen!

Beginn heute um 15:00 Uhr

Ende heute um 22:00 Uhr

Was läuft falsch, wenn über 60 Mio. Menschen auf der Flucht sind?!

München, 14ter September 2016

8ter Tag am Sendlinger Tor

In den vergangenen Jahren protestierten geflüchtete Menschen in unterschiedlichen Städten Deutschlands, sowie weltweit. So richtet sich der aktuelle Protest nicht im speziellen gegen München, sondern im Allgemeinen gegen die Wahrnehmungen von Geflüchteten als „Krise“, „Welle“ oder ähnliches. Auch, wenn die Nachrichten täglich das Thema „Flüchtlinge“ aufgreifen, geschieht dies nicht in unserem Sinne. Wir werden als Wirtschaftsflüchtlinge, als zu viele, als untätig, als Terrorist*innen, als Kriminelle, als Opfer und anderes dargestellt. Daher braucht es diesen Protest.

Trotzt des ehrenamtlichen Engagements, welches in den letzten Jahren anstieg, bleiben jene Gesetze bestehen, die unsere Leben zerstören, jene Denkweisen, die geprägt sind von Kolonialismus und Rassismus. Die anwachsende Hilfsbereitschaft stellt leider nur einen Tropfen auf den heißen Stein dar, denn gleichzeitig schwillt der virulente Rassismus an. Brandanschläge auf Lager bestimmen unseren Alltag, die Gesetze in den Gerichten und Ausländerbehörden verschärfen sich. Daher braucht es diesen Protest.

Es ist legitim, geboten und notwendig unser Bild, auch wenn es manche als „dramatisch“ begreifen, in die Welt zu tragen. Die eigentlichen dramatischen Bilder werden jedoch vornehmlich vom Globalen Norden produziert. Denn, was läuft falsch, wenn über 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht sind?! Daher braucht es diesen Protest.

 

Video-Statements von zwei Aktivist*innen und .

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