Kilometer für Kilometer

17ter Oktober 2016, Parsberg - Neumarkt

10ter Tag Protest Marsch

[francais]

Rien que de marcher sur des routes, destinées normalement aux voitures, à des longueurs de kilometres donne, en quelque sorte, au groupe un sentiment de liberté qui y est palpable alors que celui-ci n'a pas encore atteint Nürnberg. N'oublions pas que la pluspart des gens qui sont dans ce Protestmarsch ont déjà beaucoup marché pour fuire la repression, terorisme, discrimination ect. Et cette fois nous marchons pour le respect de notre liberté et de nos droits humains.

[deutsch]

Kilometer für Kilometer nur auf den Straßen zu laufen, die eigentlich für Autos bestimmt sind, gibt uns ein besonderes spürbares Gefühl von Freiheit, ohne dass wir überhaupt Nürnberg erreicht haben. Lasst uns nicht vergessen, dass viele von uns, die auf dem Protestmarsch laufen, bereits Tausende von Kilometern hinter sich gelegt haben, um vor Repression, Terrorismus und Diskriminierung etc. zu flüchten. Und dieses Mal sind wir wieder auf der Straße für eine Anerkennung unserer Freiheit und unserer grundlegenden Menschenrechte.


 

 

Zur richtigen Zeit gegen den tief verankerten Rassismus in Staat, Politik und Gesellschaft

17ter Oktober 2016, Parsberg - Neumarkt

10ter Tag Protestmarsch

Wir als eine politisch selbstorganisierte Gruppe der Non-Citizens brachen am 8ten Oktober nach Nürnberg auf. Das ist der Protestmarsch der Non-Citizens im Jahr 2016. Unser Protestmarsch ist der Kampf der stimmlosen und ausgeschlossenen, die nicht mehr so weiter leben wollen. Wir sind durch viele Länder und haben tausende Kilometer hinter uns gelassen. Jetzt müssen wir auch hier marschieren, damit wir als Menschen anerkannt werden. Wir sind hier noch nicht als Menschen anerkannt, wir sind in den Augen des deutschen Staates nicht würdig hier als Menschen zu leben. In Nürnberg werden wir vor dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) protestieren, wo über unsere Asylanträge entschieden wird. Wir werden weiterhin von Unterkunft zu Unterkunft gehen und die Menschen zum Aufstand der Unterdrückten aufzurufen. Dieser Zustand in Deutschland ist nicht annehmbar, nicht zu verbessern. Wir müssen diesem Zustand ein Ende setzen und Besseres schaffen.

Unsere Ideen und Vorschläge gelten für alle Menschen, die mit uns für ein besseres Leben ohne Rassismus, Sexismus, Unterdrückung und Ausbeutung kämpfen wollen. Wir können diese ganzen Probleme nicht lösen, aber wir wollen mit unseren Aktionen bestimmte Ideen und Vorschläge einbringen. Wir, als Personen mit direkter Erfahrung von diesen vielen Probleme, wissen, dass wir sie nur gemeinsam lösen können. Also ein gemeinsamer Kampf muss dringend aufgebaut werden. Wir können tatsächlich etwas erreichen, wenn wir strategisch vorgehen. Was meinen Wir damit? Wir sind Ausgeschlossen von Bildung, von Arbeit, also letztendlich von der Gesellschaft. Wir können den Zugang zur Gesellschaft nur erkämpfen. Z.B. müssen wir  für unseren Kampf um Arbeitsrechte  die Gewerkschaften und Belegschaften gewinnen. Wir müssen Studierende, Schüler*innen, und Lehrer*innen für unser Recht auf Bildung gewinnen. Wir haben uns als aktives kämpfendes Subjekt eingemischt und treten weiterhin in Bündnisse mit politischen Gruppen und Organisationen, um gegen weitere Verschärfungen von Gesetzen, wie das sogenannte bayerische Integrationsgesetz oder den Gesetzesentwurf von de Maiziére sowie gegen die bestehenden Asylgesetze zu kämpfen.

Also wir brauchen keine Politik der Isolation, sondern wir fordern einen gemeinsamen Kampf mit allen Unterdrückten und arbeitenden Menschen gegen die kapitalistischen Verhältnisse. Während Deutschland als imperialistische Macht in den anderen Teilen der Welt mit Waffenverkauf und Unterstützung der reaktionären Regime Kriege und Krisen verursacht, gehen in Deutschland Rassist*innen auf die Straße, welche dafür sorgen wollen, dass Deutschland eine Burg mit imperialistischen Privilegien bleibt. Schluss mit deutschem Waffenexport und deutscher Unterstützung der reaktionären Regime.

Zurzeit will die Regierung die Menschen noch mehr spalten und diskriminieren. Es ist eine Lüge, dass lediglich die AFD den Rassismus in Deutschland verkörpert. Der Rassismus in Deutschland ist bereits tief verankert. Er sitzt im Staat, in der Regierung, in Politik und Gesellschaft.

Dem entsprechend bringt Bundesinnenminister de Maiziére einen weiteren Gesetzesentwurf zur erneuten Asylgesetzverschärfung ein. Menschen sollen nicht (mehr) über ihre bevorstehende Abschiebung informiert werden. Auch sollen unter anderem mehr Menschen in Abschiebehaft genommen werden. Desweiteren sollen alle Menschen ausreisepflichtig werden, welche nicht ihren Pass vorlegen oder ihre Nationalität angeben. Fast alle geflüchteten Menschen haben bei ihrer Ankunft keine Papiere mehr, dass heißt diese rassistisch agierende Regierung keine Geflüchteten mehr aufnehmen möchte, bzw. schnell abschieben will.

Auch das bevorstehende bayerische Integrationsgesetz zeigt uns klar, wie der Rassismus im Parlament funktioniert. Es wird dort ohne Non-Citizens über sie gesprochen. Endlich muss das allgemeine Wahlrecht her, damit alle Menschen wählen können, die in Deutschland leben. Fernen fordern wir ein Arbeitsrecht für alle. Die Non-Citizens werden dazu gezwungen für weniger als 1 Euro zu arbeiten und werden dadurch zu Lohndrücker*innen auf dem Arbeitsmarkt. Das spaltet die Belegschaften, arbeitende Menschen und die Gesellschaft, dadurch entsteht noch mehr Rassismus.

Spätestens jetzt muss klar sein, dass unser Protest zur richtigen Zeit stattfindet. Die Zustände für uns werden immer schlimmer und schlimmer, sodass wir nicht mehr länger zusehen können.

Wir wollen mit unseren gemeinsamen Aktionen die Forderung nach Bleiberecht und gleichem Recht für alle Menschen erreichen.

 

Fünf Grenzen

15ter Oktober 2016, Hemau
7ter Tag Protest Marsch

Heute sind wir also auf dem Weg nach Nürnberg. Wir haben gerade fünf Städte durchquert. Es ist, wie wenn wir fünf Grenzen überschritten hätten, eine nach der anderen. Vom Leiden bis hin zur Leichtigkeit haben uns die einen bequem empfangen, andere wiederum wollen nicht einmal unsere Stimmen hören, indem sie uns am anderen Ende weit weg von der Stadt isolierten, wie in Freising und Moosburg. Es ist, wie wenn sich die Geschichte mehr und mehr wiederholen würde.

In der Vergangenheit waren unsere Vorfahren Sklaven, unsere Großeltern, die den ersten und zweiten Weltkrieg erlebt haben, wurden mit Gewalt gezwungen, in den Einheiten der Tiraileurs Sénégalais (Senegalschützen) zu kämpfen. Sie haben der Welt geholfen, sich von der Invasion der Nazis zu befreien, aber selbst hatten sie unglücklicherweise das Unglück, das zu verlangen, was ihnen zusteht. Sie wurden im Lager Thiaroye (Senegal) in Massen niedergemetzelt, und wir sind es heute, ihre Enkel und Enkelinnen, die für unsere Würde kämpfen, für unsere Existenz, für die Bewegungsfreiheit, vor allem aber für  Bildung.

Ist es zu viel verlangt lernen zu können, wann man es will, ist es zu viel verlangt, arbeiten zu können, wenn man das Vermögen und die Kraft dazu hat, und von niemandem abhängig zu sein, ist es im 21. Jahrhundert zu viel verlangt für Freiheit und Leben zu kämpfen, und was bleibt dann vom Kampf der von Ghandi und Martin Luther King und all den anderen geführt wurde? Die Welt gibt es nicht erst seit heute, und wird nicht morgen enden. Öffnen wir unsere Herzen, seien wir solidarisch zueinander, und hört zu, fürchtet euch nicht, nehmt es ernst, nehmen wir es ernst, weil sich Nachbarn immer über den Weg laufen werden, ob sie es wollen oder nicht.


Français

Cinq frontières

Nous voilà aujourd’hui encore en route vers Nürnberg. On vient de traverser cinq villes. C’est comme si on venait de traverser cinq frontières les uns aux autres. De la souffrance à la légèreté les uns nous accueillent confortablement mais certains ne veulent même entendre nos voix, en nous isolant au fond loin de la ville, comme Freising et Moosburg. C’est comme l’histoire se répétait de plus en plus.

Dans le passé, nos ancêtres étaient des esclaves, nos grands-parents, qui ont vécu la première et la deuxième guerre mondiale, ont été contraints par la force de combattre dans les unités des Tirailleurs Sénégalais. Ils ont aidé le monde à se libérer de l'invasion des nazis, mais eux-mêmes ils avaient malheureusement le malheur de demander ce qu'ils ont droit. Ils étaient massacrés en masse dans le camp de Thiaroye (Sénégal), et aujourd’hui c’est nous , leurs petits-fils et petites-filles qui se battent pour notre dignité, pour notre existence, pour la liberté de circulation, mais surtout pour l'éducation.

Est-il trop demandé d’étudier quand on le veut est-il trop demandé de travailler quand on a la capacité et la force, et de ne pas dépendre de personne, est-il trop demandé au 21ième siècle, de se battre pour la liberté à la vie, sinon que serait-il du combat mené par Gandhi, Martin Luther King et autres. Le monde ne date pas d’aujourd’hui et ne finira demain. Ouvrons nos cœurs, soyons solidaires les uns aux autres et écoutez, ne pas fuir, assumez, assumons, car les voisins qu’ils le veulent ou non se croisent toujours.

Wir sind unermüdlich

15ter Oktober, Hemau
7ter Tag Protest Marsch
 
Heute hat unser Protestmarch einen sehr langen und hügeligen Weg hinter sich gelassen. Einen Weg wie unsere Leben. Es ging bergauf und bergab ohne, dass wir Einfluss nehmen konnten. Mit unserem Marsch haben wir entschieden nicht länger zuzuhören und zu ertragen was andere über uns sprechen und für uns entscheiden. Jetzt nutzen wir die Gelegenheit und sprechen für uns selbst!
Je mehr wir laufen desto lauter und stärker werden wir. Wir sind der Meinung das zwei Elemente für unseren Kampf notwendig sind. Wut und Geduld. Von beidem haben wir genug.
Die Wut nehmen wir aus den täglichen Diskriminierungen, die wir erfahren. Und geduldig gehen wir tausende von Schritte bis zu unserem Ziel - ein Bleiberecht für alle Menschen.
Kein Mensch ist illegal - Bleiberecht überall.
 
 
 

 

Illegalisierung unseres Protestes

14ter Oktober 2016, Regensburg

6ter Tag Protest Marsch

15:30 Uhr

Gerade beginnt die Demonstration solidarischer Menschen, die uns entgegenkommen wird, am Neupfarrplatz in Regensburg. An diesem Ort kämpften vom 11ten Juli bis 6ten September 2012 und vom 15ten Juli bis 21ten Juli 2013 Non-Citizens für bedingungsloses Bleiberecht.

Später treffen unsere beiden Demonstrationszüge zusammen. Allerdings werden wir dann trotz der eisigen Temperaturen draußen schlafen, auf dem Dultplatz. Wir hatten die Zusage einer Halle, die wieder zurückgezogen wurde, weil das Büro des Regensburger Oberbürgermeisters den Marsch als "illegale Aktion" wertete.

Dieses Vorgehen zeigt ein weiteres Mal, wie die Welt unsere Leben illegalisiert. Wir wurden immer gezwungen in der Sklaverei zu leben, als Menschen dritter Klasse. Trotz offizieller Anmeldungen und mehrerer Kooperationsgespräche wird unser Protest und somit auch unser Kampf für Freiheit und Würde illegalisiert. Natürlich ist in den Augen der Autoritäten unser Protest illegal, da Menschen motiviert werden, für ihr Recht zu kämpfen. Wir fordern, dass auch unsere Leben zählen sollen. Wir werden nicht länger schweigen.
Kein Mensch ist illegal. Bleiberecht überall.

Soli-Queerthing mit Teuglife Kane

Am Dienstag, den 11. Oktober, fand in der Glockenbachwerkstatt die Queerthing-Soliveranstaltung mit einem Konzert für Refugee Struggle for Freedom statt. Alle Spenden gehen an den Protest. Der Rapper Teuglife Kane International kam extra vom Protestmarsch für ein Konzert nach München.

Vielen Dank an Queerthing und an Teuglife Kane International für den Abend!

Soli-Queerthing mit Teuglife Kane International

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Tag 4: von Moosburg nach Landshut

11ter Oktober, Landshut
4ter Tag Protestmarsch

Unsere Freunde von THE VOICE schlossen sich in Landshut dem Protestmarsch an. ihre Stellungnahme in voller Länge. Sie schreiben:

"15 Flüchtlinge, die sich in The VOICE Refugee Forum Bayern organisiert haben, aus Dingolfing, Passau, Moosburg, Gottfriedingerschwaige, Loiching und Landau sind von Beginn an am Protestmarsch beteiligt. FlüchtlingsaktivistInnen von The VOICE Refugee Forum und von der Politschen Gemeinschaft der Flüchtlinge aus Thüringen, Kiel, Baden-Württemberg, Hamburg, Hannover, Berlin sowie Flüchtlinge aus anderen bayerischen Städten werden sich dem Protest in Landshut, Regensburg und Nürnberg anschließen. [...] Wir sind vereint gegen jede Form von kolonialem Unrecht und sozialer Ausgrenzung von Flüchtlingen und Menschen ohne Rechte in Deutschland. Wir sind in Solidarität mit dem „Refugee Struggle for Freedom“, denn ihre Forderungen sind auch unsere und der der Flüchtlingsprotest ist unser Kampf und der aller Flüchtlinge"


Vielen Dank an alle! Wir geben niemals auf.

  

  

  

  

  

  

Wir sind unermüdlich

09ter Oktober, Freising

2ter Tag Protest Marsch

"Wir sind unermüdlich", sagt eine unserer Aktivist*innen. Unermüdlich in unserem Kampf für unsere Menschenrechte, unermüdlich im singen und marschieren für unsere Freiheit.

Hier einige Eindrücke vom heutigen ProtestMarsch

 

VOICE Refugee Forum Bavaria nimmt am Protest Marsch teil. Ihr Statement in voller Länge finden Sie . "Wir verlangen ein bedingungsloses Residenzrecht - Stopp aller
Abschiebungen - Für Bewegungsfreiheit!!"

Hier Video-Statements von Aktivist*innen. Diese wurden noch am Sendlinger Tor aufgezeichnet.

 

 

Fotos finden Sie

Protest Marsch - Beginn

8ter Oktober 2016, München

33ter Tag am Sendlinger Tor

1ter Tag Protest Marsch

 

 

15:30 Uhr

Die Stimmung ist großartig. Wir laufen laut auf der Loepoldstraße und rufen unsere Forderung nach Bleiberecht und Freiheit aus! Mit dabei sind solidarische Menschen und die Kuhle Wampe München mit ihren Motorrädern vorne weg.

 

 

 

14:30 Uhr

Über 100 Menschen machen sich auf den Weg nach Nürnberg. Quer durch München laufen wir nach Garching, zu unserem ersten Zwischenstopp.

 

 

 

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