Was läuft falsch, wenn über 60 Mio. Menschen auf der Flucht sind?!

München, 14ter September 2016

8ter Tag am Sendlinger Tor

In den vergangenen Jahren protestierten geflüchtete Menschen in unterschiedlichen Städten Deutschlands, sowie weltweit. So richtet sich der aktuelle Protest nicht im speziellen gegen München, sondern im Allgemeinen gegen die Wahrnehmungen von Geflüchteten als „Krise“, „Welle“ oder ähnliches. Auch, wenn die Nachrichten täglich das Thema „Flüchtlinge“ aufgreifen, geschieht dies nicht in unserem Sinne. Wir werden als Wirtschaftsflüchtlinge, als zu viele, als untätig, als Terrorist*innen, als Kriminelle, als Opfer und anderes dargestellt. Daher braucht es diesen Protest.

Trotzt des ehrenamtlichen Engagements, welches in den letzten Jahren anstieg, bleiben jene Gesetze bestehen, die unsere Leben zerstören, jene Denkweisen, die geprägt sind von Kolonialismus und Rassismus. Die anwachsende Hilfsbereitschaft stellt leider nur einen Tropfen auf den heißen Stein dar, denn gleichzeitig schwillt der virulente Rassismus an. Brandanschläge auf Lager bestimmen unseren Alltag, die Gesetze in den Gerichten und Ausländerbehörden verschärfen sich. Daher braucht es diesen Protest.

Es ist legitim, geboten und notwendig unser Bild, auch wenn es manche als „dramatisch“ begreifen, in die Welt zu tragen. Die eigentlichen dramatischen Bilder werden jedoch vornehmlich vom Globalen Norden produziert. Denn, was läuft falsch, wenn über 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht sind?! Daher braucht es diesen Protest.

 

Video-Statements von zwei Aktivist*innen und .

Aufruf LAUT zu werden, die gesellschaftlichen Verhältnisse zu verändern!

München, 13ter September 2016

7ter Tag am Sendlinger Tor

Asylgesetze, Integrationsgesetz, rassistische Aktivitäten und Co.

Was ist unsere Realität und warum sind wir am Sendlinger Tor?

Wir sind hier um Bleiberecht zu erlangen, in der öffentlichen Wahrnehmung zu sein, um mit Politiker*innen zu sprechen, Verbündete zu bekommen, sodass wir als große Masse auftreten können, um so die Asylgesetze zu verändern.

In der Vergangenheit konnten wir mit Protesten die Gesetzeslage verändern. So trugen die Protestmärsche von Würzburg nach Berlin sowie von Würzburg und Bayreuth nach München dazu bei, die Gesetze bezüglich Residenzpflicht zu lockern. In der jüngsten Vergangenheit aber wurden die Asylgesetze vornehmlich verschärft. Mehrere Asylpakete sowie das Integrationsgesetz erschweren unsere Leben erneut. Das Integrationsgesetz vom 6ten August 2016 schreibt uns beispielsweise nach der regulären Lagerpflicht erneut vor, wo wir zu leben haben. Trotz Aufenthaltsgenehmigungen kann mit jenen Paragraphen bestimmt werden, wo wir zu wohnen haben.

Die Asylgesetzverschärfungen führen beispielsweise dazu, dass medizinische Gründe nicht mehr als Abschiebehinderungsgrund anerkannt werden. So sind Abschiebungen selbst bei lebensbedrohlichen Erkrankungen  möglich, sofern die Erkrankung sich dadurch nicht „wesentlich“ verschlechtert.
Dies sind nur zwei Beispiele, die in jüngster Vergangenheit zu den bestehenden Schikanen hinzugekommen sind. Prinzipiell sind viele Geflüchtete ohne Arbeitserlaubnis, ohne Erlaubnis zur Teilnahme an einem Deutschkurs. Wartend auf ihr Asylverfahren. In der Warteschleife von Duldung, sprich jenem Status, in welchem Menschen bis zu 20 Jahren im Lager leben müssen, ohne Schule, ohne Job, ohne Ausbildung – auch ohne die Aussicht in ein anderes Land zu gehen, da im Herkunftsland Krieg, Armut und Verfolgung warten.

Als Non-Citizens haben wir keinen Zugang zu Menschenrechten. Wir sind Menschen, aber ohne entsprechende Rechte. Die Rechte erhalten wir erst mit der Staatsbürger*innenschaft. Hiermit bekommen wir Zugang zum Grundgesetz. Vorab schweben wir in der Staatenlosigkeit und somit in der Rechtslosigkeit. Daher sind wir gezwungen ein Bleiberecht zu fordern!

Nähere Informationen in verschiedenen Sprachen zum Integrationsgesetz und zu den Asylrechtsverschärfungen finden Sie .

Aus Unwissenheit und purem Rassismus wird uns diese Forderung abgesprochen. Jeden Tag suchen uns Pegida-Aktivist*innen am Sendlinger Tor auf und filmen uns. Der "Dritte Weg" verteilt Flyer. Rassist*innen, die nicht in  Gruppen oder Parteien organisiert sind, greifen uns an. So richtete  gestern der städtische Gärtner seinen Wasserschlauch auf unsere Zelte, um genauer zu sein auf unseren Frauen-Bereich. Resultat dessen war eine Anzeige gegen einen Menschen, der mittels Klopfen an der Scheibe des Tankfahrzeuges den Arbeiter dazu auffordern wollte, den Wasserstrahl abzustellen, bzw. wieder auf die Blumen zu richten.

Heute trugen wir im Rahmen einer Spontandemonstration () unsere Wut gegenüber der Intoleranz, die uns am Infotisch, per Mail, via Nazis, Pegidist*innen und via Privatmenschen entgegenschlägt, auf die Straße. Wir versuchten hiermit erneut ein Zeichen zu setzen gegen Rassismus und für Bleiberecht. Währenddessen wurden zwei Non-Citizens ohnmächtig. Sie erlitten auf den Straßen Münchens einen psychischen Zusammenbruch. Der Grund hierfür ist der immer gleiche: Die langwierigen, repressiven Asylverfahren zerstören unsere körperliche und geistige Gesundheit.

Wir rufen dazu auf, sich mit uns und gegen Rassismus auszusprechen. Anzuerkennen, wie menschenverachtend die bestehenden Gesetze sind und wie sehr sie uns von der Gesellschaft isolieren, uns kaputt machen und unsere Leben einschränken!

Heute haben wir das Büro der Grünen, der SPD sowie das Gewerkschaftshaus besucht –  mit der Motivation in Gespräche und Verhandlungen zu treten.

An die Politiker*innen: Wir brauchen Bleiberecht, das heißt einen Zugang zu Menschenrechten!
An die Gewerkschaften: Wir wollen arbeiten!
An alle Bürger*innen sowie antirassistischen und antifaschistischen Netzwerke und Gruppen: Organisiert euch und steht auf gegen diese Gesetze. Positioniert euch! Werdet laut!
An alle Journalist*innen: Berichtet über die Asylgesetze und ihre verheerenden Auswirkungen auf unsere Leben!

Danke an alle, die sich mit uns solidarisieren!

 

*während und nach der Wasser Attacke am 12ten September*

Einladung zu Gesprächen

München, 12ter September 2016

6ter Tag am Sendlinger Tor

Wir sind Non-Citizens. Das heißt, wir sind entrechtete Menschen, die innerhalb dieser Gesellschaft als Außenseiter*innen leben. Mit unserem Protest wollen wir diesen Status überwinden.

Trotz aller Gefahren der Flucht waren wir gezwungen, unsere Heimatländer zu verlassen. Denn dort herrschen menschenunwürdige Bedingungen, wie Krieg, Repression, Diskriminierung und Armut. Viele von uns sind bei diesem Versuch ums Leben gekommen, weil die europäischen Staaten an ihren Grenzen Mauern gezogen haben. Auf diesem Weg sind viele Kinder verschwunden.

Wir haben es geschafft, nach einer unerträglichen Reise in Deutschland anzukommen. Unser einziger Wunsch war, als Menschen behandelt zu werden. Doch uns wurden die demokratischen Rechte nach etlichen Asylrechtsverschärfungen entzogen und wir stehen aufgrund der rassistischen Hetze und der Einsperrung in den Erstaufnahmelagern in Isolation zum Rest der Gesellschaft. Vielen von uns droht die Abschiebung.

Unsere Stimme bleibt ungehört, obwohl alle Zeitungen tagtäglich in ihren Schlagzeilen von der sogenannten Flüchtlingskrise sprechen.

Deshalb haben wir uns selbstorganisiert und die Lager verlassen. Wir möchten mit der Gesellschaft in Dialog treten. Wir laden Münchener*innen und insbesondere die Presse, die Parteien und die Gewerkschaften ein, mit uns zu sprechen, um diesem menschenunwürdigen Zustand gemeinsam ein Ende zu setzen.

Wir fordern:

- Sofortiger Stopp aller Abschiebungen
- Politische Anerkennung aller Asylanträge

*Wenn du dich in Situationen der Ungerechtigkeit neutral verhältst, hast du dich auf die Seite der Unterdrückenden gestellt*

 

We Are One

München, 10ter September 2016

4ter Tag am Sendlinger Tor

Unter Tags konnten wir heute 98 Geflüchtete zählen! Das heißt 98 Menschen ohne Bleiberecht, die sich trotz rassistischer Beleidigungen dazu entscheiden hier zu sein und öffentlich auf die Straße zu treten, um gemeinsam für ein Bleiberecht für alle zu kämpfen. Sei es in den vielzähligen Gesprächen und Diskussionen am Infotisch oder in der symbolischen Besetzung als solches.

Wir als Gruppe von Geflüchteten bilden den Schmelztiegel der Unterdrückung. Bei uns konzentrieren sich viele Formen der Gewalt. Wir sind Geflüchtete und somit ohne Grundrechte. Wir sind Frauen, die Sexismus erfahren. Wir sind Menschen, die Rassismus erfahren, wir sind Menschen, die weitere Diskriminierung erfahren. Sei es wegen unserer Sprachen, wegen Behinderung, wegen Aussehen oder anderem. Den Problemen der einzelnen, erklären wir gemeinsam den Kampf an. Wir sind keine Opfer. Wir tragen Wut und Geduld in uns. Die Wut speist sich aus den verschiedenen Formen von Diskriminierung und Gewalt, die wir erfahren. Die Geduld aus dem Wissen, dass wir lange kämpfen müssen, um unser Ziel zu erreichen.

Im Kleinen erfahren wir immer und immer wieder, wie vereint wir sind. Da wir auf Spenden angewiesen sind und somit das Geld zu knapp ist, müssen wir von unserem wenigen Geld das wir haben selbst zusammenlegen, um unseren Protest finanzieren zu können.

Unser Kampf geht weiter – wir bleiben bis wir gehört werden!

Aufruf zum Protest

München, 9ter September 2016

*deutsch*farsi*español*français*

3ter Tag am Sendlinger Tor

Jeden Tag kommen neue Menschen an. Auch wollen wir wieder und wieder Geflüchtete einladen, sich dem Protest anzuschließen. Dies sind unsere Aufrufe:

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سومین روز در سندلیگر تور _ مونیخ

فراخوان به زبان فارسی برای پیوستن به اعتصاب پناهجویان جهت مبارزه علیه قوانین تبیعض آمیز پناهندگی در آلمان

با ما مشارکت کنید

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3er día en Sendlinger Tor

Todos los días de la nueva gente llega. También queremos invitar a una y otra vez a los refugiados a unirse a la protesta. Estos son nuestros salidas de la llamada:

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3ème jour au Sendlinger Tor

Chaque jour, de nouvelles personnes arrivent. Nous voulons aussi inviter encore et encore les réfugiés à se joindre à la manifestation. Ce sont nos call outs:

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Hallo Schwestern und Brüder,

wir möchten euch einladen zusammen für deine und unsere Rechte zu kämpfen. Denn wir wollen die gleichen Rechte haben, wie alle anderen in diesem Land.

Wir haben bereits eine erfolgreiche Demonstration organisiert. Jetzt brauchen wir mehr Personen, um stärker kämpfen zu können. Hierfür ist es egal, wie alt du bist, welche Hautfarbe du hast oder aus welchem Land du geflohen bist. Wir sind hier am Sendlinger Tor Platz in München, Menschen aus den verschiedensten Ländern, auch Menschen deutscher Herkunft, die sich mit uns solidarisieren. Wir haben eine Genehmigung, hier am Sendlinger Tor zu protestieren und unser Zeltlager ist sicher.

Komm mit uns, um für deine Rechte zu kämpfen!

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دعوت به جلسه برای سازماندهی اعتراض پناهجویان

روز‌های ۶ و ۷ سپتامبر مونیخ

 

 

پناهجویانی که در شرایط غیر انسانی‌ پناهندگی در کشور آلمان، زندگی‌ و آینده خود و فرزندانتان را    دچار مرگ تدریجی‌ می‌بینید , همه ما به دلایل مختلف کشور خود را ترک کرده ایم و به امید داشتن زندگی امن و سالم به این کشور آمده ایم.اکثر ما راهی کشنده،مخاطره آمیز و طاقت فرسا با فاصله ای چند هزار کیلومتری را تا بدینجا طی نموده ایم تا شاید که زندگی جدید و بهتری را تجربه کنیم

 

 

اما در کمپ‌های پناهندگی همچون زندانیان در شرایط تبیعض آمیز و و ناشهروندی به سر  میبریم، هر لحظه در انتظار حکم غیر انسانی‌ دیپورت قرار داریم، در آخرین لایه اجتماعی این جامعه جای گرفته ایم و صرفا موظف به اطاعت قوانین غیر انسانی همچون محدوده تردد و زندگی‌ اجباری در کمپ می باشیم، اکنون وقت خیزش علیه همه این بی‌ عدالتی ها است.آری اکنون وقت برخاستن است چرا که دیگر نمی خواهیم به صورت منفعلانه شاهد خودکشی پناهجویی باشیم که شرایط و قوانین انسان کش حاکم بر زندگی پناهجویان در آلمان، هر انسانی را به مرگ تدریجی مجبورمی‌کند 

 

 

:خواسته‌های ما

 

 - لغو قانون دیپورت

 

به باور ما،انتخاب محل زندگی جزء ابتدایی ترین حقوق هر انسانی می باشد که تنها معیار تعیین کننده در این انتخاب، اختیار و اراده فردی است. بازگزداندن پناهجویان که صرفا بر داد و ستد های سیاسی/اقتصادی دولت ها استوار گشه است نقض چنین حق جهانشمولی می باشد و توقف روند جاری و غیر انسانی بازگشت  توسط دولت آلمان، مطالبه ی پناهجویان است.

 

 - برچیده شدن کمپ های پناهجویی

 

کمپ های پناهجویی به مانند دیوار های محافظ، پناهجویان را به دور از فضای جامعه نگاه می دارد. شرایط غیر قابل تحمل کمپ های پناهجویی، که همچون زندان ها و یا پادگان های نظامی توسط نیروی انسانی و یا سیم های خاردار حفاظت می شوند و اتاق های کوچک برای چهار و یا پنج نفر، محیط کمپ را به فضایی نه برای زندگی که صرفا برای زنده ماندن بدل کرده است. ما خواستار بسته شدن تمام کمپ هایی هستیم که پناهجویان در آن از هیچ فضای خصوصی برخوردار نیستند.

 

 - اجازه کار بدون قید و شرط

 

به یاری رسانه ها باور عمومی بر این منطق استوار است که پناهجو یک مصرف کننده صرف است و بدون انجام کاری مفید، صرفا روز ها را سپری می کند .براستی که چنین نیست. ما خواهان دریافت اجازه کار بدون قید و شرط هستیم زیرا معتقدیم که حق کار و تلاش به قصد گذران زندگی، حق هر انسانی است و همه ما از توانایی هایی برای فراهم آوردن ملزومات زندگی خود، از طریق کاری مفید، عادلانه و درآمدزا برخورداریم.

 

 قبولی پناهندگی -

 

به باور ما قبولی پناهندگی حق تمام انسانهایی است که به دلیل جنگ ، فقر و دیکتاتوری فرار کرده اند تا فقط شانسی برای زندگی‌ داشته باشند. دلایلی که همین کشور‌های مثلا حامی‌ حقوق بشر با سیاستهای خود در کشور‌های ما بوجود آورده اند.مثل فروش چندین میلیون یورو اسلحه به دیکتاتورها یا گروهای مسلح ، و یا اشغال و تخریب کشور‌ها زیر نام حمایت بشر دوستانه و صادرات دموکراسی

 

به دلایل بسیار می‌توان ثابت کرد که رفاه و زیبایی کشور‌های جهان اول حاصل نابود کردن زندگی‌ ما در جایی‌ است که آنرا همین جهان اولی‌ ها، جهان سوم کرده اند . به همین خاطر قبولی پناهندگی حق همه ما پناهجویان است

 

 

لطفا جهت اطلاعات بیشتر با این شماره تلفن تماس بگیرید

 

۰۱۷۶۵۶۹۵۴۵۵۸( میتوانید تنها یک اس‌ ‌ام اس‌ بزنید تا با شما تماس بگیریم)

 

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Cher freres et soeurs refugees.

Nous sommes ici pour vous annoncez de notre demonstration pour les refugiees qui vivent en Allemagne particulierement dans la region de Bayern. Nous vous invitons a nous rejoindre pour combattre tous ensemble. Notre objectif est d’avoir le droit de sejour et de combattre la discrimination, le racisme, l’isolement et nous sommes engages dans ce combats pour l’interet de tous les refugees sans exception. Apres une grande manifestation le 7.9.2016 dans la ville de Munich, nous avons decider de sieger Sendlinger Tor/Munich, nous vous invitons a nous rejoindre. Plus nous sommes unis, plus nous avons la force .

Merci de votre comprehension.

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Hola,

nos gustariá invitaros a luchar por tu derecho, mi derecho y derecho de totdos. Porque queremos tener nuestro derecho somo todo el mundo en este pais. Derecho de tener papeles, de trabajar, etc... 

Hicimos una manifestación y salió muy bien. Ahora necesitamos más personas para luchar más. Da igual la adad, el color o el país de donde vienes. Tenemos gentes de varios diferentes países que están con nosotros, incluso Alemanes que han firmado. Teneoms autoricación y no hay ningún problema y el campamento está muy segura.

Ven a luchar por tu derecho!!

Besetzung des öffenltichen Raumes

 München, 8ter September 2016

2ter Tag am Sendlinger Tor

Mittlerweile wurde die erste Nacht auf dem Sendlinger Tor Platz verbracht. Den rassistischen Beleidigungen von bekennenden Nazis und Passant*innen zum Trotz, wuchs der Protest auf über 65 Aktivist*innen und 2 Kinder an.

Die "Besetzung" ist eine symbolische, dass heißt der Protest ist als "Dauerkundgebung" angemeldet. Da wir, die Geflüchteten, aus der Isolation, die wir in den Lagern erleben, ausbrechen und den öffentlichen Raum besetzen. Als Geflüchtete können wir es uns nahezu nicht erlauben, die Gesetze zu brechen, da wir sonst mit negativen Konsequenzen für unser Asylverfahren zu rechnen haben.

Das Leben hier auf dem Sendlinger Tor Platz gleicht dem Leben in den Lagern. Warten und warten. Auch, wenn mensch körperlich nicht stirbt, seelisch wird mensch tot. Die Öffentlichkeit sieht nun die Situation geflüchteter Menschen.

 

BESETZT!

München, 7ter September 2016

1ter Tag am Sendlinger Tor

Nach einer kraftvollen Demonstration durch München entschieden sich ca. 50 geflüchtete Menschen den Sendlinger Tor Platz zu besetzten.

Gegen 15:00 Uhr begann die Demonstration mit mehrsprachigen Slogans, wie „1-2-3-4 alle Menschen bleiben hier“, „Sadda haq aethey rakh“  oder „Solidarité avec les sans-papiers“ am Stachus/ Karlsplatz. Menschen aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern schlossen sich zusammen, um für ihre Rechte zu kämpfen.

Auch wurden die Probleme der geflüchteten Frauen unter Beifall zu jenen Problemen erklärt, gegen die sich der gesamte Protest ausspricht. So beschrieb eine geflüchtet Person den Alltag vieler Frauen, Lesben, Inter- und Transpersonen*: “Krieg, finanzielle Probleme und finanzielle Abhängigkeit,   Vergewaltigung, Beschneidung, Zwangsverheiratung, keine Entscheidungsfreiheit über die eigene sexuelle Orientierung, keine Entscheidungsfreiheit über die Geschlechtsidentität, keine Entscheidungsfreiheit über Religionen oder Kleidung.“

Solidarität und Entschlossenheit zeichnete die Demonstration. So hießen die Worte einer Non-Citizen: „Der deutsche Staat spaltet uns in einheimische und ausländische, in legale und illegale und auch uns spaltet der deutsche Staat in sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge und politische. Wir protestieren dagegen, denn wir wollen gemeinsam kämpfen, leben und gleiche Rechte haben.“

Videos der Demonstration von solidarischen Menschen: und

Seit 19:00 Uhr  ist der  Sendlinger Tor Platz von ca. 50 Geflüchtete besetzen, um für ihr Bleiberecht zu protestieren.

*Besetzer*innen auf dem Sendlinger Tor Platz*

 

*Demonstrant*innen auf ihrer Route durch München*

 

 

Demo in München am 7ten September 2016

Demonstration  - No Border No Nation Stop Deportation

Kommt zur Demonstration gegen Abschiebung, gegen Grenzen, gegen Diskriminierung, gegen Lagerpflicht, gegen Rassismus, gegen Krieg, gegen Terror, gegen Ungerechtigkeit und gegen Menschenverachtung. Alle, die sich hiermit solidarisch erklären sind eingeladen! Die Demo selbst wird, wie die Jahre davor, von selbstorganisierten Geflüchteten aus den verschiedenen Städten Deutschlands organisiert. der letzten Demonstration.

Der Protest der Geflüchteten hat bereits begonnen. Er wird weitergehen bis Gerechtigkeit und Freiheit errungen wurden!

 

Mittwoch, 07.09.2016 || 15:00 Uhr || Karlsplatz/ Stachus in München

Spendenaufruf

WE WILL RISE!

Geflüchtete und ihre Lebensrealität in den Herkunftsländern und in Deutschland

Wir sind selbst organisierte Geflüchtete aus verschiedenen Ländern. Die verschiedenen Situtationen in unseren Heimatländern waren die Gründe unsere Heimat zu verlassen und Geflüchtete zu werden. Jede_r von uns hat individuelle Probleme; wir haben Probleme wegen unserer Religion, aus politischen Gründen und manche kommen aus Ländern, wo sie aufgrund von Krieg und radikalen Gruppen nicht mehr leben können. Sowohl in der Vergangenheit sowie immer noch haben wir viele Gründe, welche uns auf die Straßen, zum Protestieren bringen. Residenzpflicht ist ein Gesetz, das in der Vergangenheit Personen während ihres gesamten Asylverfahrens verboten hat ihre Landkreise zu verlassen. Auch gab es Essenspakete, so dass Geflüchtete nicht selbst wählen konnten, was sie essen. Das sind zwei Beispiele von Einschränkungen, die wir durch unsere vergangenen Proteste  positiv verändern konnten. Aber es gibt immer noch viele alte und neue Gesetzte die unmenschlich sind. Menschen leben immer noch ohne jegliche   eitliche Beschränkung in der Dauer ihrer Asylverfahren und warten auf die Antworten von Behörden. Mit nur einem Interview wird entschieden, ob ein
Mensch hier bleiben kann oder nicht.
Arbeitserlaubniss ist ein großes Problem für Menschen aus vielen Länder, die in Deutschland Asyl suchen. Viele von uns dürfen nicht arbeiten. Dazu kommt die Diskriminierung von Geflüchteten aufgrund von Bevölkerungsgruppen und Herkunftsorten. Menschen aus manchen Ländern ist es erlaubt zu
arbeiten, zur Schule zu gehen und kostenlose Sprachkurse zu besuchen – vielen anderen nicht. Wir werden gewaltsam voneinander getrennt. Hinzu kommt, dass jede Stadt verschiedene Gesetze für Asylsuchende hat. Wir haben alle unsere Heimatländer verlassen. Jede_r von uns hat sein Leben riskiert, um in einem sicheren Land zu sein. Viele sind auf ihrem Weg gestorben und konnten ihr Ziel nie erreichen. Wir, die es geschafft haben,  wird die Möglichkeit genommen, ein neues Leben zu beginnen. Wir wurden dazu gezwungen unsere Länder zu verlassen und danach wurden wir gezwungen in Lagern (Unterkünfte, in denen Non-Citizens leben müssen) unter unmenschlichen Bedingungen zu leben. Viele Menschen leben zusammen in einem Zimmer. Viele unbekannte Menschen, die auf kleinem Raum zusammen leben haben viele Probleme. Aber die Gesetze sind so strikt, dass wir nicht entscheiden können, wo und mit wem wir leben wollen. Zudem können wir auch nicht entscheiden, ob wir bleiben dürfen.

 

Selbstorganisierte Geflüchtete und ihre Proteste

In der Vergangenheit haben wir viele Proteste organisiert. Einige von uns waren bei dem Hungerstreik am Rindermarkt in München dabei. Andere beim Hungerstreik in Dingolfing (Niederbayern). Danach haben wir in verschiedenen Städten Zelte aufgestellt, um Passant_innen über unsere Situation zu informieren. Wir haben eine Demo zur Erinnerung an die Rindermarktproteste, an welcher 300 geflüchtete Menschen teilgenommen haben, organisiert. Wir haben den Parkplatz vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Nürnberg besetzt und einen Hungerstreik begonnen. Wir haben den Fernsehturm in Berlin besetzt, um mit den Verantwortlichen für unsere Situation reden zu können. Daraufhin begannen wir am Brandenburger Tor einen Hungerstreik. Wir gingen wieder im Rahmend einer Tent Action in München auf die Straßen, um Menschen zu informieren. Im Anschluss haben wir  einen großen Hungerstreik am Sendlinger Tor in München begonnen und die Bäume auf dem Sendlinger Tor Platz besetzt gehalten.

All diese Proteste kosteten uns eine Menge Geld. Wir hatten und haben viele Gerichtstermine und viele Strafen und Bußgelder zu bezahlen.All diese Proteste kosteten ebenfalls viel Geld in der Organisation und sind für uns Non-Citizens nicht möglich ohne die Unterstützung und Hilfe von Citizens. Nun wollen wir einmal mehr einen großen Protest organisieren, die genauen Pläne sollen in einem Non-Citizens Treffen entschieden werden. Wir
versuchen mit unseren Resourcen und Möglichkeiten in die Lager  zu fahren, um Menschen zu unserem Treffen einzuladen und über die momentane Situation von asylsuchenden Menschen in Deutschland zu informieren. Für die Mobilisierung, das Treffen und unsere folgenden Aktionen brauchen wir Gelder für Tickets, Telekommunikation, Verpflegung und andere Dinge. Proteste kosten eine Menge Geld und wir haben nicht genügend Energie ohne finanzielle Unterstützung, um unsere Stimmen auf die Straße zu bringen.

Wir brauchen eure und Ihre Unterstützung, um unseren Protest gegen Abschiebungen, Repression und unmenschliche Gesetze umzusetzen und ein friedliches Leben beginnen zu können. Wir sind alle gleich. Wir sind alle Menschen und wir alle sollten in Freiheit leben, sowie Bewegungsfreiheit  und Demonstrationsfreiheit haben. Wir sind hier und wir wollen leben – weil wir uns erheben werden!


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Aufruf zum großen Non-Citizen Treffen 6.-7. September 2016 in München

Nicht-Staatsbürger*innen, Geflüchtete und Unterstützer*innen

sind eingeladen sich uns anzuschließen und ein Teil der Bewegung zu werden!

Ungerechtigkeit war vielleicht schon immer das Thema der Kämpfe von Geflüchteten; Wir haben unsere Heimatländer aufgrund von unmenschlichen Gesetzen verlassen. Ungerechte Machtsysteme haben es unmöglich gemacht, ein gewöhnliches Leben zu führen. Ein Menschenleben ist hierbei weniger wert, als alles andere. Politik ist ein Geschäft. Religion wird dazu missbraucht, um auf der ganzen Welt Konflikte zwischen Menschen, Städten und Ländern zu verursachen. Nichtsdestotrotz haben wir eine so genannte “DEMOKRATIE”, aber in Wirklichkeit ist es schlimmer, als in einer Diktatur zu leben. Manchmal flüchten Menschen alleine, manchmal mit ihren Familien, oder in anderer Begleitung. Manchmal aus politischen Gründen, wegen ihrer Religion, oder um Freiheit zu erlangen. Wegen dieser Konflikte sterben manche Menschen in ihren Heimatländern, manche auf ihrem Weg in sichere Länder und manche von ihnen schaffen es nie, ihr Ziel zu erreichen. Wenn die Menschen dann endlich in einem sicheren Land ankommen, zwingen sie oftmals Diskriminierung, Beschränkung und die Verweigerung von grundlegenden Menschenrechten zum Selbstmord.

Ein Prozess von Ungerechtigkeit kann keine Gerechtigkeit erzeugen. Für sogenannte “Flüchtlinge” ändern sich die Asylgesetzte noch dazu - je nachdem welcher Nationalität sie angehören, in welchem Bundesland, welcher Stadt oder in welchem Dorf sie leben. Der Zeitpunkt von Interviews, die Möglichkeit Deutschkurse zu besuchen, das Erteilen von Arbeitserlaubnissen, die Einschränkung der Bewegungsfreiheit durch Residenzpflicht und gewaltsame Abschiebungen erfolgen nach einem Asylsystem, das nicht auf Grundlage von Gerechtigkeit entscheidet, sondern auf der Basis von Nationalitäten und der zufälligen Zuständigkeit von Behörden.

Es ist nicht unmöglich die Probleme zu lösen. Aber die Gerechtigkeit ist irgendwo und nirgendwo. Wir fordern nicht, dass alle 50 Millionen geflüchteten Menschen auf der ganzen Welt sich uns anschließen. Aber alle, die die Möglichkeiten haben in Deutschland für ihre Rechte und für Gerechtigkeit  aufzustehen, fordern wir auf, mit uns zu kommen. Ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind Geflüchtete. Wir, dieses eine Prozent, wollen unsere grundlegenden Menschenrechte. Wir fordern das Recht, wie Menschen leben zu können. Wir wollen Bewegungsfreiheit, Bildung, Arbeit und die freie Wahl unserer Wohnungen.

Zwei Jahre sind seit dem letzten Hungerstreik in München und dem Treffen am Runden Tisch vergangen. Jetzt fragen wir euch mit uns zu kommen und eure Verantwortung zu zeigen, weil

wir wollen aufstehen und wir werden aufstehen

WE WANT RISE AND WE WILL RISE

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