02. Oktober

Against Abschiebung:

Unter begeistertem Applaus und gemeinsamen Ausrufen von eindeutigen Statements wie „Kein Mensch ist illegal“und „We are here and we will fight, freedom of movement is everybodys right“ hielten zwei Non-Citizens auf dem eine Rede:

„Das Festival Rage against Abschiebung findet stets einen Tag vor dem 'Tag der Deutschen Einheit' statt. Einem Tag, an welchem die Wiedervereinigung einer Nation gefeiert wird, einem Tag, an welchem Nationalismus gefeiert wird. Dieser bildet aber mitunter die Grundlage dafür, dass Personen wie Non-Citizens von der Gesellschaft exkludiert werden. Sie werden ausgeschlossen, da sie als 'fremd' stigmatisiert werden, nicht an Deutschkursen teilnehmen dürfen, nicht arbeiten dürfen und in Lagern fern ab jeglicher Zivilisation leben müssen. Aber der staatliche und gesellschaftliche Rassismus endet nicht hier.

Nein, wir Non-Citizens werden auch abgeschoben – gegen unseren Willen. Viel zu oft sterben Geflüchtete auf Grund von Abschiebung. Die Angst vor ihr führt einige von uns in den Suizid, einige von uns sterben auf Grund der brutalen Vorgehensweise der Polizist_innen während des Flugs und einige von uns müssen sterben, wenn sie im Herkunftsland wieder ankommen.

Millionen über Millionen Menschen sind auf der ganzen Welt verteilt, lebensbedrohlichen Bedingungen ausgesetzt und Tausende versuchen davon wegzulaufen, versuchen ein sicheres Land zu finden, in welchem ein reguläres Leben geführt werden kann, wie andere Menschen dies auch tun. Mit dieser Hoffnung erreichen die Personen Deutschland, aber hier sind wir verschiedenen Gesetzen gegenübergestellt, welche ernsthafte Restriktionen in unserem Leben erzeugen. Diese Gesetze machen unser Leben zu jenem eines_r Gefängnisinsass_in. Aber das Schlimmste aller Gesetze, mit welchem wir zu leben haben, ist das der Abschiebung. Dementsprechend fühlen wir jeden Tag die Angst vor dieser Abschiebung, was nichts anderes bedeutet, als dass wir Geflüchtete wieder in die Herkunftsländer zurück müssen, wo meistens der Tod auf uns wartet.

Um gegen all jene brutalen Gesetze anzukämpfen, starteten wir Non-Citizens vor zwei Jahren diesen Protest. Wir sind bis nach Berlin gelaufen, wir realisierten verschiedene Proteste in verschiedenen Städten Deutschlands, wir führten Hungerstreiks in Berlin, München und anderen Städten durch. In unserer letzten Aktion vollendeten wir – unserem Zeitplan entsprechend – den Protestmarsch. Auch, wenn es gegen den Willen der Regierung war. Die Regierung hat ihr Bestes versucht, uns zu stoppen, aber sie sind gescheitert.

Wir Non-Citizens kämpfen weiter gegen all jene menschenverachtenden Kräfte, Behörden und Gruppen, egal wohin sie gehören und von wem sie Befehle erteilt bekommen.

Der Struggle For Freedom wird weitergehen!

Wir sagen danke zu all jenen, die uns unterstützen!

Die protestierenden Non-Citizens“