Offizielle Erklärung der Protestmärsche auf der Pressekonferenz in München (Neunte Pressemitteilung)/ Official Statement of the Protest Marches on the Press Conference in Munich (Ninth Press Release)

Erste Veröffentlichung: 03.09.13 - 22:00 Uhr

Am 20. August 2013 starteten wir unseren Protestmarsch von Würzburg und Bayreuth nach München. Diesen Protestmarsch führten wir, die unterste Schicht dieser Gesellschaft, dazu durch, um unsere Grundrechte zum Leben zu erlangen. Jene Rechte, die uns genommen worden sind. Es ist eine Schande, wie die Bayerische Regierung in den letzten 15 Monaten und insbesondere in den letzten zwei Wochen anstatt auf unsere Forderungen einzugehen, uns physikalisch auszugrenzen versucht hat, als ob die Streitfrage der Non-Citizens (Asylsuchenden) allein dadurch gelöst werden könne, sie einfach aus dem Weg zu räumen!

Heute, nach zwei Wochen des Widerstandes mit unseren Körpern als unseren einzigen Waffen, hat die Münchner Polizei offiziell verlauten lassen, dass sie keine einzige Form des Protests auf den Münchner Straßen dulden werde. Für den Fall, dass wir versuchen an unserem friedlichen Protest festzuhalten, werden sie so antworten, wie sie es bereits am Rindermarkt taten: mit Räumung!

Auf der einen Seite greifen Faschist_innen die uns aufgezwungenen Aufenthaltsorte an, wie in Berlin-Hellersdorf zu beobachten ist, und auf der anderen Seite tut es die deutsche Polizei als jene Behörde, die direkte Order seitens der deutschen Regierung erhält und uns mit aller Härte unterdrückt – zahlreiche Mitstreiter_innen unter uns mussten innerhalb der letzten zwei Wochen aufgrund von polizeilicher Gewalt ins Krankenhaus gebracht werden und schafften es dennoch, kurz darauf wieder zum Protestmarsch zurückzukehren.

Jetzt, da wir in München sind, ist keine physische Kraft mehr geblieben, keine Stelle an unseren Körpern mehr unversehrt. Daher verkünden wir: Wir als die unterste Schicht dieser Gesellschaft und in dem Glauben, dass dieser Kampf ein Klassenkampf ist, starteten unseren Streik im Haus des Deutschen Gewerkschafts-Bundes (DGB). In Bezug auf unser gemeinsames Verständnis von Klassenkampf erwarten wir vom DGB Unterstützung um unsere Sicherheit zu gewährleisten, damit wir unseren friedlichen Protest fortführen können. Andernfalls wird uns vor den Türen dieses Hauses brutale Polizeirepression erwarten.


Wir, die streikenden Non-Citizens, fordern:

  1. Die bedingungslose Anerkennung unserer Asylanträge
  2. Stopp aller Abschiebungen
  3. Abschaffung der Residenzpflicht
  4. Schließung aller Asylsuchenden-Lager


Wir, die streikenden Non-Citizens, glauben, dass wir als Subjekte dieses Protests die Macht dazu besitzen, unsere Situation zu ändern. Außerdem hoffen wir, dass die politische Unterstützung unserer Forderungen durch Individuen, Gruppen, Organisationen und politische Parteien die deutsche Regierung dazu zwingen kann, unsere Forderungen wahr zu machen.

Die protestierenden Non-Citizens des "Refugee Struggle for Freedom"

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First published: 09-03-13 - 10:00 pm

On the 20th of August 2013, we started our protest march from Würzburg and Bayreuth to Munich. This protest march took place to let us, the last row of this society, achieve our basic rights for living. Those rights which were taken away from us. Shamefully, the Bavaria government in the last fifteen months and specially in last two weeks, instead of considering our demands, tried to physically exclude us as though the issue of Non-Citizens (asylum seekers) could get solved by simply erasing the protesters!

Today, after two weeks resistance with our bodies as our only weapons, the Munich police officially announced that they will not accept any form of protest happening in the streets of Munich. In case that we try to stick to our peaceful protest, they will answer as they did before in Rindermarkt; with eviction!
On the one hand, fascists are attacking our forced residence places, as in Berlin-Hellersdorf, and on the other hand the German police, as the department which takes direct orders from the German government, is heavily oppressing us - most of us went to hospitals during last two weeks due to police violence and managed to come back to the protest shortly after.
Now that we are in Munich, there is no physical strength left to resist; there is no not yet beaten part on our bodies to get wounded. Therefore we announce: we as the last row of this society, with believing that our struggle is a class struggle, started our strike in the Confederation of German Trade Unions (DGB) building. Based on our common understanding of class struggle, we expect the Confederation of German Trade Unions (DGB) to insure our security in order to continue our peaceful protest. Otherwise, out of these doors, the brutal police oppression is waiting for us.


We striking Non-Citizens (asylum-seekers) demand:

1. Acceptance of our asylum application without any condition.

2. Stop deportation.

3. Abolish 'Residenzpflicht'

4. Close all asylum camps

We, the striking Non-Citizens (asylum-seekers) believe that we, as subjects of this struggle, have this power to change our situation. Beside this, we hope that the political support of our demands by individuals, groups, organization and political parties, can force the German government to make our demands come true.

The protesting Non-Citizens of the "Refugee Struggle for Freedom"