Aufruf zur finanziellen Unterstützung des Protestmarsches

30ter September 2016

24ter Tag am Sendlinger Tor

Wir sind selbstorganisierte Geflüchtete ( Refugee Struggle for Freedom) und demonstrieren seit dem 7ten September 2016 am Sendlinger Tor Platz. 80-120 von uns sind seitdem immer dort, insgesamt sind wir  ca. 300 namentlich genannte geflüchtete Menschen. Wir planen einen Protestmarsch von München nach Nürnberg. Der Zeitraum dieses Marsches ist vom 8ten bis zum 22ten Oktober.

Wir sind Geflüchtete aus verschiedenen Ländern, die in Deutschland diskriminiert werden. Wir haben unser Leben aufgrund politischer und religiöser Konflikte, Unmenschlichkeit und Diskriminierung riskiert, um hier zu sein. Wir waren gezwungen unsere Herkunftsländer auf der Flucht vor Korruption und Terrorismus zu verlassen. Viele unserer Brüder und Schwestern sind auf dem Weg durch die Wüste oder im Meer gestorben oder von Grenzpolizisten erschossen worden. Wir haben die Kultur unserer Familien hinter uns gelassen, alles um in westlichen Ländern sicher zu sein. Aber hier leben wir jetzt unter unmenschlichen Bedingungen. Lager sind moderne Gefängnisse ohne Bewegungsfreiheit, ohne die Möglichkeit Geld zu verdienen oder etwas zu lernen und ohne die Chance, Teil der Gesellschaft zu sein. Der Grund ist, dass Länder, wie Afghanistan, Pakistan, Senegal, Gambia und viele andere als sichere Herkunftsländer eingestuft werden. Weil unser Leben nichts zählt in dieser Welt!

Wir protestieren, um unsere grundlegenden Menschenrechte zu bekommen. Und wir protestieren, weil jedes Leben zählen sollte. Die Forderungen unseres Protestes sind das Bleiberecht, das Recht zu arbeiten und zu lernen oder ausgebildet zu werden, sowie unsere Bewegungsfreiheit. Als selbst organisierte Protestgruppe sind wir mittellos, da die Deckung der Grundbedürfnisse viel kostet und wir den Protest ohne dies nicht fortsetzen können. Hiermit bitten wir alle Organisationen, die unsere Forderungen und unseren Protest unterstützen, sich solidarisch zu zeigen. Wenn ihr sagt hier ist kein Platz für Rassismus, müsst ihr auch uns unterstützen, um es zu ermöglichen, dass unser Protest die grundlegenden Menschenrechte erkämpfen kann.

BECAUSE EVERY LIFE SHOULD MATTER AND WE WILL RISE!

 

Spendenkonto und e-Mail-Kontakt für Nachfragen:

Account Name: Refugee Struggle for Freedom
BIC: GENODEM1GLS
IBAN: DE 97 4306 0967 8229 1322 00

(Wir sind kein Verein und können daher leider auch keine Spendenquittungen ausstellen)

"Integrationsgesetz" und unser Protest

München, 29ter September 2016

23ter Tag am Sendlinger Tor

Während der heutigen Demonstration sprach eine Delegierte unseres Protestes auf der Pressekonferenz gegen das sogenannte Integrationsgesetzt.

Hier Ausschnitte aus unserem Statement als und in schriftlicher Form:

Wir, als eine politisch selbstorganisierte Gruppe der Non-Citizens am Sendlinger Tor, sind gegen das sogenannte Integrationsgesetz, weil dieses die Menschen ausschließt und diskriminiert. Menschen sollen auf eine Leitkultur verpflichtet werden. Kinder in Geflüchtetenunterkünften sollen von der Schule ausgeschlossen werden können, sogar die anerkannten Geflüchteten dürfen mittlerweile ihren Wohnort nicht mehr selbst bestimmen. Die Polizei dürfte per Gesetz in den Geflüchtetenlagern willkürlich und ohne richterlichen Beschluss schalten und walten wie sie will. Das verletzt grundsätzliche Bürgerrechte in Deutschland.

Noch absurder wird es, wenn der bayerische Staat vor Schwimmbädern, Bibliotheken und anderen öffentlichen Einrichtungen Grenzkontrollen einführen möchte.

Statt diesem diskriminierenden Gesetz fordern wir echte Lösungen für die Prbleme der Menschen. Die Politik entscheidet über Non-Citizens ohne mit ihnen gesprochen zu haben, sie werden in den Parlamenten nicht vertreten.

Daher fordern wir erstens das Wahlrecht für alle Menschen, die in diesem Land leben.

Zweitens fordern wir ein Arbeitsrecht für alle. Non-Citizens werden dazu gezwungen für weniger als einen Euro zu arbeiten und werden dadurch zu Lohndrücker*innen auf dem Arbeitsmarkt. Das spaltet die Belegschaften, arbeitende Menschen und die Gesellschaft. Dadurch entsteht noch mehr Rassismus.

An dieser Stelle geht unsere vollste werden.

Drittens: Statt reaktionären Gesetzesentwürfen fordern wir gleiches Recht und Bleiberecht für alle Menschen in Deutschland. Diese Art der hierarchisierten Gesellschaf ist längst verbraucht und muss überwunden werden. Diese hierarchisierte Gesellschaft findet keine Antwort auf Kriege, Krise und Armut. Sie bringt Arbeitslosigkeit , Rassismus, Ausbeutung, Sexismus und Umweltzerstörung hervor. Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.

Die Vorstellung, dass man etwas gutes erreichen kann, wenn Kinder von der Schule ausgeschlossen werden, wenn Kinder und Jugendliche auf eine Leitkultur verpflichtet werden sollen, zeigt es uns klar, dass dieser Gesetzesentwurf in eine falsche Richtung geht.

Wir, als eine selbstorganisierte, politische Non-Citizens-Gruppe, die seit dem 7. September am Sendlinger Tor Platz für gleiche Rechte aller Menschen protestiert, mischt sich jetzt ein! Wir, als unterster Teil der arbeitenden Klasse in Deutschland organisieren uns gemeinsam mit unseren Kolleg*innen in den Gewerkschaften gegen das bayerische Ausgrenzungsgesetz. Wir organisieren gemeinsam Proteste dagegen. Die Solidarität muss praktisch und politisch werden. Dieses Gesetz ist ein Angriff auf uns alle!

Daher starten wir am 8. Oktober einen Protestmarsch von München über Regensburg nach Nürnberg für Bleiberecht, freie Wahl des Wohnortes und der Arbeitsstelle sowie gegen das diskriminierende Integrationsgesetz.

*Demonstration mit rund 200 Teilnehmenden*

Neue Mitstreiter_innen & Demo

München, 28ter September 2016

22ter Tag am Sendlinger Tor

Täglich erreichen uns einzelne neue Mitstreiter_innen. Viele von uns befinden sich unter Tags auf Mobilisierungstour und bringen neue Freund_innen mit. Heute freuen wir uns die als Teil unseres ProtestCamps und des bevorstehenden Protestmarsches begrüßen zu dürfen!

Gestärkt laden wir zur Demonstration am 29ten September um 13:00 Uhr gegen Abschiebungen und für Bleiberecht ein. Zeitgleich sprechen Delegierte unseres ProtestCamps auf einer Pressekonferenz im Bayerischen Landtag. Auf der Abschlusskundgebung vor dem Parlament werden sie uns aktuell davon berichten.

 

Startpunkt: Sendlinger Tor, gegenüber dem ProtestZelt, um 13:00 Uhr am 29.09.2016

Zwischenkundgebung: Marienplatz

Abschlusskundgebung: Bayerischer Landtag, außerhalb der Bannmeile

OFFENER AUFRUF ZUR TEILNAHME AM PROTESTMARSCH VON MÜNCHEN NACH NÜRNBERG

Am 7. Oktober 2016 beginnen die protestierende Geflüchteten in München
eine neue Art des Protestes gegen die unmenschlichen Lebensbedingungen
und das miserable Asylrecht in Deutschland. Es wird ein Fußmarsch
begonnen. Das Ziel dieser Aktionsform ist es, dass sich Geflüchtete, die
in den auf dem Weg liegenden Lagern wohnen, dem Protestmarsch
anschließen. Nach langen Diskussionen haben die protestierende
Geflüchtete und unterstützende Gruppen die Route bestimmt, zur weiteren
Ausarbeitung des Vorhabens werden fünf Arbeitsgruppen gebraucht.

Wir laden alle Gruppen, die helfen und zum Gelingen des Projektes
beitragen wollen, dazu ein, uns - etappenweise oder auf dem gesamten Weg
- Unterstützung zu leisten. Momentan gibt es zwar einige
Unterstützerkreise, jedoch benötigen wir jede_n, um das große Ziel, das
wir uns gesteckt haben, zu erreichen. Die angestrebte Quantität wird die
Qualität des Protestes steigern, denn der kollektive Charakter des
Zieles bedarf auch der Kollektivität der teilnehmenden und
unterstützenden Gruppen. Die einzelnen Aufgaben sind auf fünf
Arbeitsgruppen aufgeteilt. Damit es einfacher fällt, sich ein Bild von
den Tätigkeiten zu machen, folgen hier kurze Beschreibungen.

ARBEITSGRUPPE KOMMUNIKATION:

1. Kontakte zu verschiedenen Gruppen in den Städten knüpfen, die auf der
Route des Protestmarsches die mögliche lokale Unterstützung ausloten. Es
ist wichtig, dass beispielsweise der Schutz organisiert wird und Ordner
gestellt werden, oder Solidarität mit den Streikenden bekundet wird. Im
ersten Schritt muss die Arbeitsgruppe eine Liste von allen aktiven
Gruppen erstellen, die vor Ort in Kontakt mit unserer Arbeitsgruppe zur
Planung beider Routen treten.

2. Verbindungen zu Anwälten schaffen, die sich mit Asylrecht auskennen
und jenen, die sich mit dem Versammlungsrecht beschäftigt haben, um
eventuell entstehende Probleme beheben zu können.

ARBEITSGRUPPE ZUR PLANUNG BEIDER ROUTEN:

Diese Gruppe, die sowohl aus Unterstützer_innen als auch aus
Geflüchteten besteht, ist dafür zuständig, alle logistischen Fragen zu
klären und übernimmt die Organisation beider Routen.

1. Das Vorhaben benötigt bestimmte Genehmigungen. Der Protestmarsch muss
angemeldet werden, so wie auch die Ruhestätten auf der Route und auch
eventuelle Demonstrationen in den verschiedenen Städten. Damit wir allen
Geflüchteten Sicherheit gewährleisten können, ist dies ein sehr
wichtiger Aspekt. Die Anmeldungen können auch von den lokalen Gruppen
übernommen werden.

2. Begleitung des Protestmarschs mit Fahrzeugen, in denen beispielsweise
Material und die Sachen der Streikenden untergebracht werden können,
oder solche, in denen sich Toiletten befinden - für den Fall, dass die
Möglichkeit nicht gegeben ist, eine Raststätte aufzusuchen.

3. Wichtige organisatorische Fragen auf beiden Routen klären: a)
Schlafplätze, b) Zelte und Schlafsäcke, c) Versorgung mit Essen und
Trinken, d) Begleitfahrzeuge, e) Duschmöglichkeiten und Toiletten, f)
Elektrizität (v.a. außerhalb der Städte), g) Erste Hilfe und
medizinische Versorgung, h) Banner, Plakate, Megaphon usw.
Diese Liste ist offen - falls es andere Formen der Unterstützung gibt,
benennt uns diese. Meldet euch bei der Kontaktgruppe.

ARBEITSGRUPPE MEDIEN:

1. Momentan kennt der Großteil der Presse das Anliegen des Streikes der
Geflüchteten und trägt sie in die Öffentlichkeit. Um zu gewährleisten,
dass nur und die volle Wahrheit veröffentlicht wird, ist es wichtig,
dass die Pressearbeit von uns ausgeht. Es sollten alle freien
Journalist_innen und die Presse auf einer Liste gesammelt und alle
Informationen mitgeteilt werden. Auch sollte der Kontakt zu
Journalist_innen und Medien geknüpft werden, die sich schon mit dem
Thema der Geflüchteten beschäftigt haben und bereit sind, den Protest zu
begleiten, um gute Presseöffentlichkeit zu schaffen.

Diese Homepage wird von den Geflüchteten verwaltet, und beschreibt alles aus ihrer
Perspektive - damit ist sie das Sprachrohr des Protestes und sollte
verbreitet werden.

Alle unterstützenden und involvierten Gruppen sind ebenfalls eingeladen,
ihre eigene Berichte zu verfassen und den Kampf der Geflüchteten in
weitere Kreise zu tragen und bekannt zu machen. Werdet aktiv.

2. Daneben werden Pressekonferenzen u. a in den verschiedenen Städten
einberufen und organisiert, um lokale Öffentlichkeit zu schaffen.
Organisiert die Orte für die Pressekonferenzen, informiert die lokale
Presse und nutzt eure Kontakte.

ARBEITSGRUPPE DOKUMENTATION:

1. Es ist wichtig, dass der Protest von Fotografen, Journalisten,
Filmemachern usw. dokumentiert wird. Es werden alle, die Erfahrungen
oder Bekannte haben, aufgerufen, uns dabei zu unterstützen.

 ARBEITSGRUPPE FINANZEN:

1. Dieser Protest steht trotz aller Probleme und Repressionen dort, wo
er heute steht und er geht mit den Geflüchteten und Aktivist_innen in
eine neue Phase über. Dafür bedarf es aber finanzieller Unterstützung.
Wir bitten alle Organisationen, die ebenfalls die Isolation der
Geflüchteten und die unmenschliche Gesetzgebung verurteilen, uns zu
unterstützen, sich mit der Arbeitsgruppe Finanzen in Verbindung zu
setzen und Geld zu spenden.

Spenden können Sie auf das folgende Konto überweisen:

Spendenkonto:
Account Name: Refugee Struggle for Freedom
BIC: GENODEM1GLS
IBAN: DE 97 4306 0967 8229 1322 00

Wir werden keine Ruhe geben, bis unsere Forderungen vollständig erfüllt
sind:
- Stopp aller Abschiebungen
- Aufhebung der Residenzpflicht
- keine Lagerunterbringung
- schnellere Bearbeitung der Asylanträge, denn Asyl ist Menschenrecht
und kein Privileg

Wir laden alle Gruppen, Einzelpersonen, Aktivist_innen ein, ihre
Solidarität mit der Aktion und den Forderungen der Geflüchteten zu
bekunden. Schreibt Solidaritätserklärungen, organisiert
Solidaritätsaktionen, schließt euch uns an.

Kontakt:

Pressekonferenz am 27.09.2016 - Protestmarsch nach Nürnberg in Planung

München, 27ter September 2016

21ter Tag am Sendlinger Tor

 

Pressekonferenz am Sendlinger Tor

Heute haben die Protestierenden Geflüchteten vom Sendlinger-Tor-Platz in einer Pressekonferenz auf den bisherigen Verlauf des Protests geblickt.  Dabei wurden den anwesenden Journalist*innen und Interessierten auch die nächsten Schritte erläutert:

Ab dem 8. Oktober ist ein Protestmarsch nach Nürnberg geplant, nähere Infos dazu folgen in Kürze.

Eines der Statements, die auf der Pressekonferenz verlesen wurden:

Wir, Flüchtlinge von dieser Welt. Wir, Opfer von dieser Gerechtigkeit. Eine Gerechtigkeit, die beschützt und zugleich ermordet. Eine Gerechtigkeit, die uns nicht als Geflüchtete anerkennen will, wegen unserer Herkunft aus einem Land, unserer sexuellen Orientierung oder unserer Religionszugehörigkeit .

Wir, Bürger*innen dieser Welt, sind am Sendlinger-Tor versammelt. Ihr haltet den Atem an, weil dieser Kampf Geschichte schreibt. Ein Kampf gegen Rassismus, Korruption und Feindseligkeit, von der wir Opfer geworden sind.

Ihr sagt, dass wir alles haben und dass wir noch mehr wollen. Was bedeutet es, „alles zu haben“ ohne zu leben? Leben im Lager – bedeutet das „alles zu haben“? Den ganzen Tag zu schlafen, nichts zu tun, nur zu essen und auf die Toilette zu gehen – bedeutet das, „alles zu haben“? Überlegt und informiert euch, bevor ihr sprecht.

In der aktuellen Lage der Welt ist niemand in Sicherheit. Ihr sagt, dass alle Flüchtlinge Wirtschaftsflüchtlinge sind, die zurückgeschickt werden müssen. Ich frage mich, warum ihr Europäer*innen, das Recht habt, in der Wirtschaftskrise überall Arbeit zu suchen, in Europa, in Amerika, in Afrika etc. Warum haben wir dieses Recht nicht?

Indem ihr die Grenzen schließt, lasst ihr unsere Brüder und Schwestern im Meer und in der Wüste sterben. Wenn viele Tote im Fernsehen gezeigt werden, könnten viele von uns aufgeben und sich nicht auf den Weg nach Europa machen. Aber unglücklicherweise ist es nicht so.

Dort, wo das Herz ist, was ist dort wirklich?

Ist es etwa kein Opfer, alles hinter sich zu lassen und dann unser Leben für Sicherheit und ein angenehmes Leben zu riskieren? Eure Politik hat uns Sicherheit versprochen, aber am Ende geht es nur ums Business. Und im Business sind alle Mittel recht, um Geld anzuhäufen und Profit zu maximieren. Wir klagen dies an, im Namen der Menschlichkeit! Wir werden weiter kämpfen bis wir unser Ziel erreichen.

 

Pressekonferenz und Solidaritätsbekundungen

Einladung zur Pressekonferenz

Am 27ten September laden wir ab 11:00 Uhr alle Journalist*innen und Interessierten zu einer Pressekonferenz ein. Hierbei werden wir eine Analyse des bisherigen Protestecamps treffen, sowie die weiteren Schritte zu unserem Protest öffentlich machen.

 

Solidaritätsbekundungen

Wir möchten auf die Hompage-Rubrik aufmerksam machen. Hierin veröffentlichen wir zugesendete Solidaritätsbekundungen, von beispielsweise , unabhängigen Menschen aus Regensburg, und dem.

 

*Bild links: Aufschrift: "Für eine Welt ohne Rassismus, Sexismus und Ausbeutung emanzipatorische Kämpfe verbinden. Solidarität mit den Protesten am Sendlinger Tor". Dieses Transparent hängt am Regensburger Dom, welcher vor kurzem noch von geflüchteten Menschen, mit dem Ziel Bleiberecht zu erlangen, besetzt gehalten wurde.*

*Bild rechts: Solidaritätsbekundung der Südkurve Schickeria München im Bayernspiel am 13.09.2016*

Video-Statements der Protestierenden

München, 24ter September 2016

18ter Tag am Sendlinger Tor

 *Untertitel sind in deutsch, englisch und französisch verfügbar*

*Sous-titres sont disponibles en anglais, allemand et français*

Video-Statements von den Protestierenden

München, 23ter September 2016

17ter Tag am Sendlinger Tor

Wir sind viele, wir sind unterschiedlich, wir haben die gleichen Ziele.

Alle Protestierenden vom Sendlinger Tor Platz haben die Möglichkeit Videobotschaften aufzunehmen. Hier sind zwei Stimmen davon:

 

*Untertitel sind in deutscher und englischer Sprache verfügbar*

 

Unser Kampf ist nicht nur ein Kampf für Bleiberecht.

München, 22ter September 2016

16ter Tag am Sendlinger Tor

[العربية أدناه]

Unser Kampf ist nicht nur ein Kampf für Bleiberecht. Wie viele andere Menschen auf der ganzen Welt, kämpfen auch wir gegen Rassismus. Heute haben sich ca. 30 Aktivist*innen unseres Protestcamps vor dem iranischen Konsulat in der Mauerkircherstrasse 67 zusammengefunden, um gegen den tödlichen Rassismus im Iran gegenüber afghanischen Geflüchteten zu protestieren. Ein staatlicher und gesellschaftlicher Rassismus, der vor einigen Wochen einem afghanischen Mädchen das Leben gekostet hat, da Organtransplantationen für Geflüchtete dort verboten sind. In der Stadt Shiraz wurden afghanische Geflüchtete mit verbundenen Augen auf einem öffentlichen Platz in Käfige gesperrt – nur aus dem Grund, dass sie mit dem falschen Pass geboren wurden.

 

Quelle:

 

Unser Kampf ist ein Kampf für das Leben aller Menschen. Wir trauern um die hunderten Menschen, die gestern vor der ägyptischen Küste ertrunken sind – aufgrund der Mauer, die europäische Politiker*innen um Europa gebaut haben. Sie sind die wahren Kriminellen, nicht die Geflüchteten!

Wir solidarisieren uns mit dem Kampf gegen Rassismus in den USA, wo diese Woche erneut eine schwarze Person von rassistischen Polizist*innen erschossen wurde. Lasst uns den ersten und zweiten Weltkrieg nicht vergessen, in dem Millionen Menschen ihr Leben verloren haben. Nun sind wir im 21. Jahrhundert. Bis heute können alle internationalen Verträge und Gesetze nicht verhindern, dass so viele unschuldige Menschen ihr Leben verlieren – in der Sahara, im Mittelmeer oder durch die Polizei.

Die CSU stellt uns in ihrer Presseerklärung als „Krawallmacher“ dar. Dies sagen Menschen, die an ihren Schreibtischen sitzen und über deprivilegierte Menschen urteilen. Wären sie in der Situation der Geflüchteten in Bautzen, würden sie anders urteilen. Außerdem leugnet die Partei damit den besorgniserregenden Rechtsruck, der durch Deutschland geht.

Wer baut eine Mauer um Europa? Wer erschießt unschuldige Menschen? Die Zahl der Toten auf der Welt zeigt, wer die wahren Kriminellen sind. Das Wichtigste in dieser Welt ist Menschlichkeit. Was wäre das Leben ohne Menschlichkeit? Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen.

 

[العربية أدناه]

 

   نضالنا ليس فقط من أجل الحق في البقاء

 

نناضل مثل كثير من الناس في ربوع المعمور ضد العنصرية. قام اليوم حوالي 30 ناشطا و ناشطة من مخيمات احتجاجنا,   بالإحتجاج  أمام القنصلية الإيرانية الكائنة في شارع Mauerkircherstraße 67, ضد العنصرية القاتلة التي يعامل بها اللاجئون الافغانيون في إيران.

 

عنصرية من الدولة و المجتمع، راحة ضحيتها قبل أسابيع قليلة فتاة أفغانية بسبب منع عمليات زرع الأعضاء للاجئين في مدينة شيراز الافغانية. تم إقتياد مجموعة من اللاجئين الافغان معصوبي العينين إلى ساحة عامة في أقفاص، فقط لسبب أنهم ولدوا بجواز سفر خطأ.

 

نضالنا هو نضال من أجل حياة للجميع, نأسف ونحزن لمئات الأشخاص الذين لقوا مصرعهم غرقا أمس قبالة السواحل المصرية بسبب الجدار و الحصار الذي طوقت به  جميع أنحاء أوروبا من طرف الساسة الأوروبيين. الذين هم المجرمين الحقيقيين، وليس اللاجئين.

 

ونعرب كذلك عن تضامننا مع الكفاح ضد العنصرية في الولايات المتحدة، حيث لقي مصرعه هذا الاسبوع شخص أسود من طرف شرطي عنصري. دعونا لا ننسا الحرب العالمية الأولى والثانية الذين تسببا في فقدان الملايين لحياتهم.ونحن الآن في القرن ال21. حتى الآن، كل المعاهدات والقوانين الدولية  لم تمنع الكثير من الناس الأبرياء الذين فقدوا حياتهم ء في الصحراء، في البحر الأبيض المتوسط أو من قبل الشرطة.

 

حزب الاتحاد الاجتماعي المسيحي CSU  وصفنا  في بيان صحفي بأننا "مثيري الشغب", وصفٌ جاء من الذين يجلسون في مكاتبهم و يحكمون أُناساً أقل حظاً. لكن إذا كانوا في حالة  اللاجئين في مدينة بوتسن-Bautzen، فإن الامر سيكون خلاف ذلك.  وبالإضافة إلى ذلك، ينفي الحزب  التحول والسلب المقلق للحقوق  بألمانيا.

من الذي يبني جداراً حول أوروبا ؟ من الذي يطلق النار على الأبرياء ؟ عدد الوفيات في العالم يفضح من هم المجرمين الحقيقيين. أهم شيء في هذا العالم هو الإنسانية.  ماذا يمكن أن تكون الحياة بدون الإنسانية؟ دعونا نكافح جميعاً من أجلها.

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