21.08., 14 Uhr: Protestmarsch Route A eingekesselt, Festnahmen

Der Protestmarsch auf Route A wurde nördlich vom Ortseingang zu Castell von etwa 100 Bereitschaftspolizisten eingekesselt, als gerade mit dem Mittagessen begonnen werden sollte.

Bitte kommt dazu und zeigt eure Unterstützung! Mobilisiert nach Castell bzw. Polizei in Kitzingen!

Update (14:20):

2 Non-Citizens sind festgenommen worden.

Update (14:45):

Alle 9 Non-Citizens, die gestern wegen Residenzpflichtverletzung festgenommen wurden, sind wieder inhaftiert worden (und sind in Kitzingen im Polizeigewahrsam).

Update (23:00):

Ein Non-Citizen wurde freigelassen, die anderen Inhaftierten wurden alle von der Polizei in ihre Lager "begleitet" bzw. gezwungen und an der Rückreise zum Marsch gehindert.

21.08., 11 Uhr: Erneute Festnahmen auf Route B

Die Marschierenden von Route B wurden heute morgen beim Aufbruch gehindert:

Schon zu unserem Schlafplatz kamen um 9 Uhr Zivilpolizist_innen und drohten, dass sie auf der Route kontrollieren würden. Sie hatten komischerweise den Schlüssel zur Turnhalle bekommen, in der wir übernachtet hatten (dies wurde später vom Bürgermeister bestätigt) und wären hereingekommen, wenn wir nicht schon davor gestanden hätten. 

Als wir begannen, unseren Protestmarsch fortzusetzen, wurden wir von der Bereitschaftspolizei eingekesselt. Unserem Dokumentationsteam wurde untersagt, zu filmen oder Fotos zu machen. 2 von 3 Personen aus dem Team wurden die Kameras (mit Speicherkarten) weggenommen, dabei wehrte sich einer dagegen. Er wurde brutal auf den Boden gedrückt und festgenommen. Einer Unterstützerin, die ihm zu Hilfe kam, passierte das Gleiche, auch sie wurde inhaftiert.

Währenddessen begannen die Ausweiskontrollen von allen. Mittlerweile sind 9 Non-Citizens, welche gegen die Residenzpflicht verstießen, auch in Polizeigewahrsam.

Bitte unterstützt, macht publik, was passiert, oder kommt direkt nach Creußen!

Recht auf Bewegungsfreiheit für alle!!!

Update (12:00):

Mehrere Personen wurden zur Polizeistation nach Pegnitz gebracht. 

Update (12:30):

Der Marsch hat sich wieder in Bewegung gesetzt.

Die 9 Non-Citizens sind in Pegnitz inhaftiert (Nachtrag 23 Uhr: Es waren nur 7 Non-Citizens. Es kam zu einer Spontandemonstration vor der Polizei zur Freilassung der Non-Citizens, s. Foto), Infotelefonnr. von vor Ort geben wir bald bekannt. Bitte kommt nach Pegnitz zur Polizei bzw. schließt euch dem Marsch an, der heute die Grenze zur Oberpfalz überquert. Die Polizei, welche noch am Marsch ist, stockt schon wieder auf (Nachtrag 23 Uhr: Die Polizei zog sich zurück als die Grenze zur Oberpfalz überquert wurde).

Die Unterstützerin (einzige der Inhaftierten mit deutschem Pass) wurde wieder freigelassen.

Update (15:00):

Die Non-Citizens, die inhaftiert waren, werden nun von der Polizei in die Lager verbracht, wo sie gemeldet sind.

Die Unterstützerin erhielt einen Platzverweis, der Inhaftierte vom Dokumentationsteam ist wieder frei, wurde aber ED-behandelt und erhielt eine Anzeige wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt. Eine Kamera des Dokumentationsteams ist von der Polizei beschädigt worden, es "durfte" aber ein Antrag auf Schadensersatz gestellt werden.

21.08.2013, 2 Uhr: Update zu Polizeikontrollen

Wir, die protestierenden Non-Citizens, wurden gestern während der Ingewahrsamnahme unter Druck gesetzt, deutschsprachige Dokumente (welche wir nicht verstanden), zu unterschreiben, was wir verweigerten. Dann wurde uns u.a. gesagt: "Akzeptiere, dass du ein Verbrechen begangen hast." Außerdem: "Wenn wir dich morgen noch einmal in unserem Gebiet erwischen, kommst du ins Gefängnis." Wir wissen, dass dies illegal wäre und stehen in Kontakt mit unseren Anwält_innen.

Nichtsdestotrotz müssen wir uns auf erneute Kontrollen einstellen, und zwar schon heute! Wir bitten alle, die uns und unsere Forderungen unterstützen, eure Solidarität zu zeigen und u.a. mit uns mit zu laufen!

 

UPDATE 22:30 Uhr, 20.08.2013 zu Polizeikontrollen

Route A: Mittlerweile wurden bis auf einen Non-Citizen alle anderen (8 Non-Citizens) freigelassen und haben sich wieder dem Protestmarsch angeschlossen. Zwei von ihnen wurden durchsucht und mussten sich ganz ausziehen. Der noch festgehaltene Non-Citizen wird wohl die ganze Nacht über in Polizeigewahrsam bleiben. Bei ihm handelt es sich um einen Streikenden, der seit März 2012 aktiv an den Protesten beteiligt ist.

Route B: In Bayreuth wurden die Non-Citizens, die gegen die Residenzpflicht verstießen, aufgefordert, mit dem Zug in ihre Lager zurückzufahren. Die meisten schlossen sich jedoch wieder den anderen Protestierenden an.

Den Freigelassenen wurde gedroht, bei einer nächsten Polizeikontrolle wegen Residenzpflichtverletzung inhaftiert zu werden.

UPDATE 20:06

ROUTE A (Würzburg): Die Polizei hat verkündet, die Festgenommenen zum Würzburger Bahnhof zu fahren, und ihnen dort "die freie Wahl" zu lassen

ROUTE B (Bayreuth): Der Protestmarsch ist mittlerweile in Creußen (der zweiten Station) angekommen, mitsamt aller, die zuvor durch die Polizeilichen Maßnahmen aufgehalten worden sind.

Updates zu den Protestmärschen 19:45

ROUTE A (Würzburg):

  • Nach unseren Informationen sind 9 Personen weiterhin in Polizeigewahrsam.
  • Davon wird eine Person momentan von der Polizei nach Nürnberg gefahren, um sie zurück ins Lager zu bringen.
  • Auffälligerweise haben 5 der Festgenommenen eine pakistanische Staatsbürgerschaft: Zur Zeit laufen massive Repressionsmaßnahmen gegen Asylsuchende aus Pakistan, ebenso in Wien. Zahlreiche Asylanträge pakistanischer Gelüchteter sind kürzlich abgelehnt worden.
  • Der Protestmarsch, nun bestehend aus den übrigen Personen, hat sich wieder in Bewegung gesetzt und wird heute Abend zur nächsten Station laufen.

ROUTE B (Bayreuth):

  • Ausweiskontrollen wurden durchgeführt und eine Person wurde in Polizeigewahrsam genommen.
  • Diese Person ist mittlerweile wieder frei.
  • 4 Personen sind durch die Einschüchterung der Polizei wieder in die Lager zurückgekehrt.
  • Auch dieser Protestmarsch hat sich wieder in Bewegung gesetzt und ist auf dem Weg zur nächsten Station der Route.

Zweite Pressemitteilung des "Refugee Struggle for Freedom": Protestmärsche der Non-Citizens (Nachtrag: zwischenzeitlich) von der Polizei gestoppt

Nachdem der Hunger- und Durststreik der Non-Citizens/Asylsuchenden am Münchner Rindermarkt im April gewaltsam von der Polizei aufgelöst worden war, reagieren die Behörden wieder mit polizeilichen Maßnahmen gegen die Protestierenden, die heute von Würzburg und Bayreuth ausgehend ihre Protestmärsche Richtung München beginnen wollten. Mit Festnahmen und Ausweiskontrollen versuchen sie die etwa 50 protestierenden Non-Citizens vor Bayreuth und Würzburg davon abzuhalten, ihre Forderungen mit friedlichen Mitteln in die Öffentlichkeit zu tragen. In beiden Fällen hatten die Protestmärsche bereits die Stadtgrenzen überquert, als sie von bereits wartenden Polizeimannschaften aufgehalten und eingekesselt wurden. Einzelne Non-Citizen-Aktivist_innen wurden sogar von der Polizei zurück in die Lager gebracht, in denen sie angemeldet sind (Nachtrag 21.08.2013, 1.15 Uhr: Dies war "lediglich" eine Androhung und wurde letztendlich nicht durchgeführt). Offensichtlich sollen sie somit daran gehindert werden, weiter am Protest teilzunehmen! Somit wird allen Protestierenden jede Möglichkeit von Anfang an verwehrt, ihren Widerstand gegen Lager- und Residenzpflicht und Abschiebungen auf die Straßen zu tragen. Weitere Non-Citizen-Aktivist_innen bekamen gleich vor Ort Bußgeldauflagen wegen dem Vergehen gegen die Residenzpflicht und wurden ebenfalls anschließend zur Rückkehr in ihre Lager aufgefordert.

Wir verurteilen diese polizeilichen Maßnahmen gegen unser Recht auf Versammlungsfreiheit aufs Schärfste! Diese Praxis zeigt einmal mehr, welchen täglichen Repressionen Non-Citizens hier in Deutschland und insbesondere in Bayern ausgesetzt sind und mit welcher Vehemenz von den Behörden versucht wird, unseren Protest stillzuhalten!

Wir verkünden dagegen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen! Wir werden unsere Protestmärsche fortsetzen!

Die protestierenden Non-Citizens des "Refugee Struggle for Freedom"

 

Kontakt:

Route A (Würzburg): Hamed Rouhbakhsh (De, En) - 0152 14453805
Route B (Bayreuth): Ghlam Vali (En) - 0152 13285360

Allgemeine Infos:
0176 98340806


 

VERHAFTUNGEN UND DURCHSUCHUNGEN AUF BEIDEN PROTESTMÄRSCHEN

*** Aktualisiert  ***

16:40 Uhr: Auf Route A (Würzburg) gab es nun schon Verhaftungen! Der eingekesselte Protestmarsch befindet sich bei Rottendorf!
Auch der Protestmarsch vor Bayreuth ist weiterhin von der Polizei eingekesselt und dort werden momentan ausschließlich die Personalien der Non-Citizens kontrolliert. (Dass es Durchsuchungen gab, hat sich als Fehlinformation erwiesen, die wir hiermit korrigieren möchten.)

16:00 Uhr: POLIZEIREPRESSION NUN AUCH VOR BAYREUTH !!!
Auch hier will die Polizei nun Ausweiskontrollen durchführen! Es sind mehr Polizist_innen als Marschierende vor Ort!

15:45 Uhr: DIE MARSCHIERENDEN DER ROUTE A SIND VON DER POLIZEI EINGEKESSELT WORDEN!! Bitte teilen und Solidarität zeigen, gegen rassistische Polizeikontrollen!
***
THE MARCHING PEOPLE ARE SURROUNDED BY POLICE RIGHT NOW!!
Please share and show solidarity, against racial police control!

15:40 Uhr: !! POLIZEIKONTROLLEN BEI WÜRZBURG !!
Auf der Würzburger Route ist ein riesiges Polizeiaufgebot! Sie haben nun angekündigt, dass sie Ausweiskontrollen durchführen werden! Die Marschierenden widersetzen sich noch und wollen weiter laufen, allerdings wird es möglicherweise Probleme geben!!

15:30 Uhr: Start der Protestmärsche "Refugee Struggle for Freedom"!
In München (Route A) wurde nun die Demo mit knapp 200 Menschen beendet und der Protestmarsch setzt sich gerade in Bewegung in Richtung Münsterschwarzach! Es befinden sich nun etwa 50 Personen auf dem Protestmarsch, davon ca. 25 Non-Citizens!
Auch in Bayreuth (Route wurde nun die Demonstration mit etwa 100 Teilnehmer_innen beendet, nachdem auf der Route noch ein Non-Citizen-Lager besucht wurde. Nun bewegt sich der Protestmarsch nach Creußen! Auf dieser Route befinden sich nun etwa 40 Menschen, darunter 21 Non-Citizens!

Am Abend wollen sich auf beiden Routen noch weitere Non-Citizens anschließen! Unterstützung ist weiterhin willkommen!

Fotos werden bald folgen.

Demonstrationen

Die Protestmärsche werden jeweils mit einer Demonstration in Bayreuth und in Würzburg starten:

20. August | Würzburg | 12 Uhr | Vieröhrenbrunnen ()

20. August | Bayreuth | 12 Uhr | Neues Rathaus ()

Erste Erklärung zu den Protestmärschen "Refugee Struggle for Freedom"

 

Wir sind eine Gruppe von Non-Citizens, die unsere Länder wegen konkreter politischer Gründe verlassen haben. Krieg, Armut, Sanktionen und Besetzungen als Folge des Imperialismus, die auch mit der NATO gesichert sind, sowie kein gesichertes Leben unter einer Diktatur im Herkunftsland, all dies brachte uns hier nach Deutschland. Im Bewusstsein über weltweiten Rassismus, Sexismus und Nationalismus sind wir nur hier, um ein gesichertes Leben und die Freiheit, zu wählen, in unserem Leben zu haben. Aber was wir in Deutschland gegenüberstehen ist etwas vollkommen anderes: Unmenschliche Lebensbedingungen, wie gezwungen zu sein in Flüchtlingslagern zu leben und die allgemeine Isolation als Folge davon, Abschiebung, Residenzpflicht, Lebensmittelpakete, keine Erlaubnis zu arbeiten oder zu studieren, dies sind nur einige Beispiele von dem, was wir jeden Tag erleben. Das Ergebnis dieser Situation ist die unzählige Anzahl von Selbstmorden von Non-Citizens in den Lagern. Wir als Mitbewohner_innen können nicht einfach da sitzen und den Toden unserer Mitbewohner_innen weiter zusehen.

 

Am 28. Januar 2012 erhängte sich ein Non-Citizen aufgrund der Frustration, der Angst vor der Abschiebung und der Art und Weise, wie Non-Citizens in diesem Teil der Welt, in Deutschland, behandelt wurden. Am 19. März 2012 gingen Non-Csitizen mit Protestzelten auf die Straße und am 2. Juli 2012 begann die Tent Aktion, da es keine positive Antwort von den Behörden gab. Wieder am 8. September 2012 organisierten Non-Citizens einen Protestmarsch nach Berlin und nach 28 Tagen erreichte dieser Berlin. Am 13. Oktober 2012 fand eine große Demonstration unter Beteiligung von 7000 Personen statt. 22 Non-Citizens organisierten einen Hungerstreik am Brandenburger Tor in Berlin im Oktober 2013, erneut ohne Ergebnis wurde es gestoppt. Der erste Non-Citizen-Kongress fand im März 2013 statt, wo wir Non-Citizens uns versammelten, um unser eigenes Netzwerk aufzubauen. Im Kongress haben wir analysiert, wer 'Asylbewerber_in' ist und worum es im Kampf der 'Asylbewerber_innen' geht. Denn wir glaubten, dass die Entwicklung unseres Wissens ein Werkzeug ist, um Politiker_innen uns nicht wie ihre Sklaven oder Gefangene behandeln zu lassen. Am 25. April 2013 begannen wir, uns für den nächsten Schritt zu mobilisieren, und so gingen wir zu allen Lagern in Bayern. Am 22. Juni demonstrierten wir und beschlossen, in den Hungerstreik zu treten. Während des Hungerstreiks hatten wir mehrere Verhandlungen mit Regierungsvertreter_innen. Sie versprachen, mit einem Paket zu kommen, aber am Ende hatte das Paket keine akzeptablen Angebote. Das ist, wie sie Politik und Macht verstehen; als die Verhandlungen unseren Willen nicht brechen konnte, unsere Lebenssituation zu ändern, wurden wir auf brutalste Art von der Polizei in Deutschland geschlagen, in dem "demokratischen" Land, und sie zwangen uns, den Hungerstreik abzubrechen.

 

Das ist, warum wir Non-Citizens beschlossen, einen Protestmarsch zu beginnen, auf den Straßen von Bayern, für unsere Freiheit, für unsere Grundrechte als menschliche Wesen. Wir wollen beginnen zu laufen, um unsere Stimme mit unseren Schritten zu verbreiten. Wir werden unseren Protestmarsch am 20. August starten, und zwar in zwei getrennten Routen: eine von Bayreuth nach München und die andere zur gleichen Zeit von Würzburg nach München.

 

Wir beginnen unseren Marsch mit den Forderungen, Abschiebungen zu stoppen und der Annahme unserer Asylanträge, und wir verkünden, dass wir unsere Forderungen erreichen werden, unser Kampf wird fortdauern.

 

Die protestierenden Non-Citizens des "Refugee Struggle for Freedom"

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